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Messi wünscht «viel Glück» : 222-Millionen-Wechsel vor Vollzug: Neymar sagt Barca Adios

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Das war's (wohl). Neymar will den FC Barcelona verlassen, Lionel Messi erinnert bereits an die gemeinsame Zeit. Paris Saint-Germain muss 222 Millionen Euro zahlen. Die Bestätigung dafür steht allerdings aus. Der Rekordwechsel kann bis in die Bundesliga wirken.

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2017 | 17:24 Uhr

Lionel Messi widmete Neymar bereits voller Wehmut ein Kurzvideo aus gemeinsamen Zeiten beim FC Barcelona, nur die offizielle Bestätigung für dessen historischen 222-Millionen-Euro-Wechsel zu Paris Saint-Germain fehlt noch.

Zweifel am Rekordtransfer der Fußball-Geschichte waren nach einer medialen Mitteilungsoffensive der Katalanen aber nicht mehr angebracht. Neymar habe dem Verein mitgeteilt, ihn verlassen zu wollen, hieß es in einer Barça-Stellungnahme.

Der 25 Jahre alte Brasilianer verabschiedete sich bereits von seinen Teamkollegen, zusammen mit seinem Vater, der zugleich Neymars Berater ist, teilte er der Vereinsführung des FC Barcelona nach einem wochenlangen Hin und Her seine Entscheidung mit. Von PSG war indes weiterhin nichts zu hören. Der Club mit Scheich Nasser al-Chelaifi aus Katar an der Spitze dürfte sich eine exklusivere Verkündung dieses Mega-Deals, der die Grenzen des Vorstellbaren sprengt, gewünscht haben.

Neben der Ablösesumme von 222 Millionen soll PSG Medienspekulationen zufolge Neymar auch noch eine Wechselprämie von 100 Millionen und ein Nettogehalt von 30 Millionen Euro pro Jahr angeboten haben, berichteten Medien. Sein Vater soll zudem 40 Millionen Euro kassieren.

Dieser erklärte am Flughafen in Barcelona vor Reportern, dass PSG die fixe Ablöse von 222 Millionen Euro in den nächsten Stunden überweisen wolle. Zudem solle Neymar Ende der Woche vorgestellt werden. Das würde passen: Am Samstag bestreitet PSG daheim im Prinzenpark-Stadion das erste Meisterschaftsspiel der neuen Saison gegen Amiens SC.

Noch gilt der Franzose Paul Pogba als teuerster Spieler der Welt. Er war im vergangenen Jahr von Juventus Turin zu Manchester United gewechselt - für nicht mal die Hälfte, aber immer noch atemraubende 105 Millionen Euro. Zum Vergleich: Barcelona würde mit dem Verkauf Neymars 138,5 Millionen Euro Gewinn machen. Die große Fußball-Hoffnung Brasiliens war 2013 vom FC Santos gekommen.

Seitdem gewann er unter anderem einmal die Champions League, zweimal die nationale Meisterschaft und dreimal den spanischen Pokal mit dem Club. «Es war eine enorme Freude, all die Jahre mit Dir zu teilen», schrieb Mitspieler Messi am Mittwoch bei Instagram. Dazu postete er ein Video aus ruhm- und erfolgreichen gemeinsamen Zeiten und wünschte Neymar «viel Glück für die neue Etappe» in dessen Leben. «Wir sehen uns.»

Wenn es nach den Besitzern und Bossen von PSG geht, in der Champions League. Trotz zigfacher Versuche erreichte der Verein aus Frankreichs Hauptstadt noch nie das Finale. Mit Neymar soll es klappen.

Der Brasilianer hielt sich außerhalb des Barça-Büros allerdings ebenfalls noch bedeckt. Nachdem er am Vorabend von einem Werbeauftritt aus China nach Barcelona zurückgekehrt war, fuhr er am Mittwoch gegen 9.00 Uhr mit einem blauen deutschen Sportwagen auf dem Trainingsgelände Ciutat Esportiva Joan Gamper vor. Wie die Zeitung «AS» berichtete, war der Kurzbesuch samt Abschied schon nach 42 Minuten zu Ende.

Mit dem Rekordtransfer würde auch noch mal große Bewegung in den Spielermarkt auf höchstem Niveau kommen - Auswirkungen auf die Bundesliga nicht ausgeschlossen. Die spanische Zeitung «Mundo Deportivo» schrieb, bei der Suche nach einem Neymar-Ersatz sei der Dortmunder Ousmane Dembélé inzwischen Favorit.

Der BVB hat den Franzosen jedoch für unverkäuflich erklärt. Philippe Coutinho - trotz des heftigen Widerstandes von Liverpool-Coach Jürgen Klopp -, Monaco-Sturmwunderkind Kylian Mbappé sowie die Argentinier Paulo Dybala (Juventus) und Ángel Di María (Paris SG) werden laut Medien ebenfalls heftig umworben. Wer auch immer auserwählt und freigegeben wird für ebenfalls viel, viel Geld - auch dort müsste nachbesetzt werden.

Die Spekulationen auch um Naby Keita, an dem seinerseits der FC Liverpool bereits großes Interesse hatte und RB Leipzig 75 Millionen Euro bot, dürften damit wieder neu losgehen - ungeachtet aller Beteuerungen der Leipziger Verantwortlichen, den 22-Jährigen aus Guinea unter keinen Umständen ziehen zu lassen.

In Barcelona wollen längst nicht alle dem extrvagenten Neymar, der mit Messi und Luis Suárez den namhafteste und gefährlichsten Sturm der Welt bildete, eine Träne nachweinen. Er werde nicht mal als einer der besten Brasilianer des Clubs in Erinnerung bleiben, da er unter anderen von Rivaldo, Ronaldo und Romario übertroffen werde, schrieb «Sport»-Kolumnist Xavier Muñóz.

Umstritten ist der Transfer aus anderer Sicht. Die Verantwortlichen der spanischen Liga sind skeptisch, dass PSG beim Transfer die Regeln des sogenannten Financial Fairplays einhält, bei dem die Einnahmen und Ausgaben eines Vereins geprüft werden. Barca-Boss Javier Tebas kündigte deshalb eine offizielle Beschwerde bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) an.

Nach französischen Medienberichten erwägen die Katarer verschiedene Möglichkeiten, um eventuelle Strafen zu umgehen. Am einfachsten wäre es, zwei oder drei Profis für viel Geld zu verkaufen. Auf der Liste soll auch Fußball-Weltmeister Julian Draxler stehen.

Titelseite von Mundo Deportivo mit Dembélé

Bericht in Sport

Aussagen von Javier Tebvas

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