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Üppiger Anstieg zeichnet sich ab : 2016: Rekordplus für Rentner?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hintergründe zum Stand und zur Entwicklung der Altersbezüge

von
erstellt am 08.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Die Rentenerhöhung dürfte im kommenden Jahr besonders üppig ausfallen: Vier bis fünf Prozent mehr könnten es werden. Es wäre ein Anstieg so stark wie seit gut 20 Jahren nicht mehr. Auf konkrete Zahlen wollen sich Bundesregierung und Rentenversicherung offiziell noch nicht festlegen. „Wenn mehr Menschen in Arbeit kommen und die Löhne steigen, dann haben daran auch die Rentner Anteil“, sagte eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums. Rekordplus für Deutschlands Rentner? Hintergründe zur Entwicklung der Altersbezüge.

Wie stark könnten die Renten steigen?
Nach einer vorläufigen Schätzung könnte ein Plus von 4,35 Prozent im Westen sowie 5,03 Prozent im Osten geben. Ein Rentner in den alten Bundesländern mit einer Brutto-Standardrente von 1314 Euro nach 45 Beitragsjahren würde damit monatlich etwa 57 Euro mehr erhalten. Für einen Rentner im Osten wären es nach 45 Beitragsjahren knapp 55 Euro im Monat mehr. Im Juli 2015 waren die Renten im Westen um 2,1 Prozent und im Osten um 2,5 Prozent gestiegen.

Was sind die Kriterien Für Die Rentenerhöhung?
Rentenerhöhungen hängen insbesondere von der Lohnentwicklung im Vorjahr ab. In die Berechnung gehen aber auch das zahlenmäßige Verhältnis von Rentnern und Beitragszahlern sowie die Entwicklung des Beitragssatzes ein.

Warum fällt die Erhöhung so ungewöhnlich hoch aus?
Besonders stark wirkt sich eine statistische Veränderung bei der Lohnberechnung aus. Nach EU-Vorgaben müssen dabei nun auch Geringverdiener einberechnet werden. Als Folge wurde die Rentenerhöhung in diesem Jahr geschmälert. „Dieser statistische Effekt wird durch die Rentenformel bei der Rentenanpassung 2016 automatisch eins zu eins ausgeglichen“, erklärt das Arbeitsministerium. Ein weiterer bemerkenswerter Faktor für das hohe Rentenplus: Die zu Jahresbeginn erfolgte Absenkung des Rentenbeitragssatzes von 18,9 auf 18,7 Prozent führt zu einem Rentenanstieg um knapp 0,3 Prozent.

Woher kommt das Geld für die Rentenerhöhung?
Der Zuschlag bei den Altersbezügen wird aus den Rücklagen der Rentenversicherung bezahlt. Diese liegen derzeit bei rund 32 Milliarden Euro. Ende 2014 waren es noch 35 Milliarden Euro. Das Finanzpolster dürfte künftig weniger werden.

Wird das Rentenniveau künftig sinken?
Für den fiktiven „Eckrentner“ – der 45 Jahre eingezahlt hat und jeweils einen Durchschnittsverdienst vorweisen konnte – betrug das Rentenniveau im Vorjahr 48 Prozent des Arbeitnehmerlohns nach Abzug der Sozialabgaben. Das Rentenniveau wird schrittweise sinken – auf 47 Prozent 2020 und schließlich 44,4 Prozent 2028.

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