Schulessen in der Kritik : Zwischen Milchreis und Pommes

Schulessen ist selten der Gipfel der Gaumenfreuden, muss aber nicht automatisch schlecht sein.
Schulessen ist selten der Gipfel der Gaumenfreuden, muss aber nicht automatisch schlecht sein.

Das Essen in Schulkantinen ist nicht nur eine reine Geschmackssache

svz.de von
30. September 2015, 12:00 Uhr

Wie kann Essen an der Schule besser werden? Darum geht bei einer bundesweiten Aktion von Schulen, Caterern und Experten. 600 Aktionen sollen nach dem Auftakt der „Tage der Schulverpflegung“ mit Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) gestern in Berlin für gesunde Kantinenkost werben. Denn noch längst nicht alle Schüler gehen in die Mensa.

Wie viele Schüler essen in Mensen?

Im bundesweiten Schnitt isst etwa die Hälfte der Grundschüler mittags in der Schule. Das ergab eine Studie vom Mai 2015. „Je älter die Kinder werden, umso seltener sind sie bereit, in die Mensa zu gehen“, sagt Ulrike Arens-Azevedo, Autorin der Studie, die das Ernährungsministerium in Auftrag gegeben hat. An weiterführenden Schulen kaufen nur noch 30 Prozent das Essen dort. Als Grund, warum sie das Schulessen verschmähen, nannten die meisten Schüler dessen Geschmack. Immerhin: Durchschnittlich gaben sie dem Kantinen-Essen die Note 2,5.

Was essen Kinder gern?

Wenig überraschende Antworten haben die Forscher in ihrer Studie herausgefunden, „nämlich Nudeln, Pizza, Pfannkuchen und Pommes“, sagt Arens-Azevedo, Professorin für Ernährungswissenschaft.

Was sollten Kinder mittags essen?

„Immer sollte ein Mittagessen Obst beziehungsweise Gemüse enthalten“, sagt Arens-Azevedo. Möglichst komme noch ein Salat dazu. „Immer sollte es eine Kohlenhydratkomponente enthalten, also Reis, Kartoffeln oder Nudeln.“ Maximal zweimal pro Woche sollte Fleisch auf den Teller kommen.

In wie vielen Schulen wird selbst gekocht, wie viele lassen liefern?

Laut Studie wird nur in 20 Prozent der deutschen Schulen selbst gekocht. 60 Prozent der Schulen lassen sich fertige Speisen warmgehalten anliefern, im Osten häufiger als im Westen.

Wie viel kostet Essen in Schulkantinen?

Die durchschnittlichen Preise schwanken laut der Studie zwischen 1,50 und 3,68 Euro.

Was muss sich verbessern?

Die Schulmensen servieren zu wenig Salat und Rohkost. Fleisch dagegen komme zu häufig auf den Teller. Daneben empfiehlt Arens-Azevedo den Schulen: „Integriert die Schüler mehr in die Abläufe, ermöglicht es ihnen, Wünsche zu äußern.“ Dies sorge dafür, dass mehr Schüler das Mensaessen akzeptierten.

Wichtig sei aber vor allem, dass die Schulen beim Anbieter auf Qualität achteten, und dass sie sich das gesunde Essen auch etwas kosten ließen. Schulz-Greve: „Qualität hat ihren Preis, und das ist gut so.“

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