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Horrorcrash im Münsterland : Zwei Tote bei Zugunglück

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Ein Gülletransporter bleibt an einem Bahnübergang bei Ibbenbüren liegen, ein Zug rast hinein. Zwei Menschen sterben. Ein Großaufgebot von Rettern versorgt die Verletzten.

svz.de von
erstellt am 16.Mai.2015 | 18:56 Uhr

Trümmer inmitten der grünen Felder des Münsterlandes. Das Führerhaus eines Zuges ist völlig eingedrückt.

Riesige Metallteile liegen demoliert am Bahndamm. Auf der Seite einer Fahrgastkabine fehlt ein riesiges Teil der Verkleidung. Und alles ist mit Gülle bedeckt. „Auch der Zug ist voller Gülle“, berichtet ein Augenzeuge.

Mit gewaltiger Wucht muss der Zug am Samstagmittag in Ibbenbüren auf den Gülletransporter geprallt sein. Erst 300 Meter weiter bleibt der Zug der Westfalenbahn stehen. Der Lokführer und eine Frau sind tot, sechs Menschen schwer verletzt. Mehr als 30 Insassen überstehen den Aufprall halbwegs unversehrt, aber geschockt sind sie wohl alle.

Über den dörflichen Vorort Laggenbeck bei der Bergarbeiterstadt Ibbenbüren, im nördlichen Zipfel von Nordrhein-Westfalen, bricht ein Großeinsatz der Rettungskräfte herein, mit Sirenen und Blaulicht.

Verletzte werden versorgt, geschockte Fahrgäste beruhigt, Tote geborgen. Ein Leichenwagen kommt. Die Retter nehmen das Dorfgemeindehaus in Beschlag, hier sind bald auch viele Notfallseelsorger mit ihren lila Westen zu sehen.

Was von dem Zug übrigblieb, steht nahe einiger Bauernhöfen auf dem Gleis, etwa 300 Meter hinter dem beschrankten Bahnübergang. Hier hat sich das Drama zugetragen. Vermutlich hat sich beim Überqueren der Gleise der Anhänger von dem Traktor gelöst. „Das Güllefass stand auf den Gleisen“, berichtet Jochen Laschke, der Sprecher der Polizei aus der Kreisstadt Steinfurt. Die sich automatisch senkenden Bahnschranken haben den Anhänger dann wohl blockiert. Der Traktorfahrer soll, so wird erzählt, noch versucht haben, den heranfahrenden Zug zu warnen.

Untersucht wird nun, weshalb der Anhänger sich von der Zugmaschine löste. Das übernehmen Spezialermittler, die ebenfalls bald am Unglücksort sind. Ein Ermittlungsverfahren wird eingeleitet.

„Da sind nur Wiesen und Felder“, beschreibt eine junge Frau aus Ibbenbüren das Umland des Horrorcrashs. Niedersachsen liegt gleich nebenan, viele Menschen pendeln ins benachbarte Osnabrück. Dort hatte die Linie RB61 am Samstagvormittag den letzten Halt gemacht. Etwa zehn Minuten später sollte sie im Ibbenbürener Vorort Laggenbeck stoppen. Dann passierte der Unfall.

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