Zwei Monate liegen für die Wissenschaft

svz.de von
10. September 2015, 12:00 Uhr

Zwölf kerngesunde Männer legen sich für die Wissenschaft zwei Monate lang ins Bett. In dem Experiment werden die Folgen der Schwerelosigkeit für Astronauten simuliert. Die ersten beiden Teilnehmer legten sich gestern ins Bett, so das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Bei der DLR-Studie im Auftrag der Europäischen Raumfahrtagentur Esa dürfen die Probanden sich noch nicht einmal aufrichten – weder zum Essen noch zum Waschen.

Wie bei den Astronauten werden Muskeln und Knochen der unteren Körperhälfte abbauen. Wissenschaftler wollen testen, ob ein intensives Training an einem neuen Gerät während der Bettruhe effektiver gegen den Abbau ist als das herkömmliche Training. Untersucht werden auch Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf Herz-Kreislauf-System, Gleichgewicht, Augen oder Nervensystem. Die Betten sind leicht zum Kopf hin geneigt, damit die Körperflüssigkeiten wie in der Schwerelosigkeit Richtung Oberkörper gehen. „So simulieren wir die Auswirkungen der Schwerelosigkeit im All“, sagte Studienleiter Edwin Mulder.

Die Testpersonen liegen in der DLR-Forschungseinrichtung envihab in Köln. Sie dürfen zwar keinen Besuch bekommen, aber mit Handy und Internet Kontakt zur Außenwelt halten. Nach der Studie kommen die Teilnehmer in eine Reha-Maßnahme, um wieder Knochen und Muskeln aufzubauen. „Bisher wissen wir, dass Knochenabbau wieder vollständig reversibel ist, allerdings dauert es länger, bis der ursprüngliche Zustand erreicht ist – und diesen Mechanismus wollen wir besser verstehen“, sagte der medizinische Leiter der Studie Ulrich Limper. 

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