Sinnesüberreizung : Zukunftsforscher: Medien machen einsamer und aggressiver

Durch eine Sinnesüberreizung kommt es zu Gereiztheit, Aggressivität und Gewalt.
Durch eine Sinnesüberreizung kommt es zu Gereiztheit, Aggressivität und Gewalt.

Laut dem Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski breitet sich Einsamkeit in Deutschland immer schneller aus.

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29. August 2019, 06:36 Uhr

Hamburg | Einsamkeit, Bindungslosigkeit und Aggressivität werden nach Ansicht des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski das Leben der Menschen in Deutschland künftig stärker prägen. Trotz der Vernetzung durch Medien breite sich die Einsamkeit wie eine Epidemie aus. "Kommunikationsdichte und Kontaktlosigkeit sind (...) keine Gegensätze mehr", schreibt Opaschowski in seinem neuen Buch "Wissen, was wird".

Vor allem Ältere von Einsamkeit betroffen

"Fremde Welten rücken mit Hilfe von Massenmedien und modernen Kommunikationsmitteln ganz nah, während gleichzeitig der Nachbar wie der Bewohner einer fremden Welt immer ferner rückt."

Von der Kontaktarmut seien besonders ältere Menschen betroffen, so Opaschowski. Die Politik müsse reagieren. Großbritanniens Regierung habe das Thema bereits als Aufgabe einem Ministerium zugeordnet.

Die junge Generation wolle sich nicht mehr binden, weder in Beziehungen noch durch ein soziales Engagement, stellt Opaschowski fest. In Umfragen gäben Jugendliche an, sie hätten keine Zeit.

Medien führen zu Überreizung

Als Ursache dafür sieht der Forscher die neuen Medien. Diese seien schuld an einer "Sinnesüberreizung". Gereiztheit, Aggressivität und Gewalt würden zur Normalität. Der Überreizung durch Medien müsse Einhalt geboten werden. Opaschowski plädierte für eine freiwillige "digitale Diät" und ein Einschreiten der Politik.

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