zur Navigation springen

Offener Brief an die WHO : Zika-Virus: 150 Forscher raten zur Verlegung von Olympia 2016

vom

Sollten die Olympischen Spiele aufgrund der Zika-Epidemie verschoben oder abgesagt werden? Die WHO beschwichtigt.

svz.de von
erstellt am 28.Mai.2016 | 09:32 Uhr

Als Reaktion auf die Zika-Epidemie haben mehr als 150 Gesundheitsexperten in einem offenen Brief die Verschiebung der Olympischen Spiele in Rio empfohlen - oder gleich einen ganz anderen Austragungsort. In einem am Freitag veröffentlichten Schreiben an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf warnen die Experten vor globalen Gesundheitsrisiken. Eine halbe Million Besucher der Spiele könnten in Rio de Janeiro angesteckt werden und die Krankheit mit in ihre Heimatländer bringen, hieß es darin.

Nach der anfangs unzureichenden Reaktion auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika mit mehr 11.300 Toten zwischen 2014 und 2016 ist die Welt vom Zika-Ausbruch in Brasilien „erneut überrascht“ worden, kritisierte kürzlich die WHO-Chefin Margaret Chan. Ohne Impfstoff und ohne dass genügend zuverlässige Tests für die Diagnose vorhanden sind, werde die Welt nur schwer mit solchen Epedemien fertig.

Die WHO wies diese Bedenken zurück: Es bestehe keine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit, die die Vertagung oder Absage der Olympischen Spiele rechtfertige, teilte die Organisation in der Nacht zum Samstag mit. Auch würde eine solche Entscheidung „die internationale Ausbreitung des Zika-Virus nicht signifikant“ beeinflussen, schließlich sei Brasilien nur eines von fast 60 Ländern und Gebieten, aus denen Übertragungsfälle durch Moskitos gemeldet würden - und zwischen denen reger Reiseverkehr herrsche.

 

Der besonders in Brasilien verbreitete Zika-Virus kann unter anderem schwere Schädelfehlbildungen bei Babys auslösen. In dem Brief empfehlen die Wissenschaftler, die WHO solle eine unabhängige Expertengruppe aufstellen, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) zu den Risiken der Zika-Verbreitung beraten könne. Diesen Schritt nicht zu tun, wäre aus ihrer Sicht unverantwortlich.

Zu den Unterzeichnern gehören 151 Experten von Universitäten und Gesundheitszentren in 29 Ländern. Verfasst wurde der Brief von Amir Attaran von der Universität Ottawa, Arthur Caplan und Lee Igel von der Universität New York und Christopher Gaffney von der Universität Zürich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen