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Panorama

24. November 2017 | 23:33 Uhr

Vermisst : Wo ist Inga?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Fünfjährige aus Sachsen-Anhalt ist seit vier Wochen spurlos verschwunden. Ein Fall mit vielen Fragen.

Auch vier Wochen nach dem Verschwinden der fünfjährigen Inga aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt gibt es keine Spur zu dem Mädchen. Mehr als 1000 Hinweise seien mittlerweile bei der Polizei eingegangen, sagte eine Sprecherin am Sonnabend in Magdeburg. Die Polizei bat u. a. in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“, auf einer Internetseite und mit Plakaten um Hinweise.

Was wissen die Ermittler?

Wenig. „Wir wissen nicht, was ihr passiert ist“, sagt Polizeisprecher Mike von Hoff auch vier Wochen nach dem Verschwinden. Ein Verbrechen? Ein Unfall? Eine Entführung? Alles ist denkbar, nichts davon konnten die Ermittler bisher ausschließen. Sicher ist: Inga verschwand am Abend des 2. Mai voneinem Fleck in Stendal, der von einem 3500 Hektar großen Waldgebiet umschlossen ist. Die Ermittler hoffen weiterhin, sie lebend zu finden.

Ist diese Schlechte Spurenlage normal?

Im Vergleich zu anderen Vermisstenfällen sei die geringe Zahl an konkreten Spuren sehr ungewöhnlich, sagen die Ermittler. In anderen Fällen konnten die Polizisten die Ermittlungen schneller in eine Richtung lenken, fanden verlorene Gegenstände. Manchmal führten auch verdächtige Autos weiter. Bei der Suche nach Inga haben die Ermittler diese richtungsweisenden Funde nicht. Gemeldete Beobachtungen führten bisher zu keiner heißen Spur.

Wie arbeiten die Polizisten?

Für die Suche nach Inga gründete die Polizei die Ermittlungsgruppe „Wald“. 30 Beamte umfasst sie im Kern, je nach Bedarf wird sie aufgestockt. Die Beamten nehmen Hinweise aus ganz Deutschland und Europa auf, die bisher hundertfach telefonisch, per Mail oder Brief eingingen. Sie gleichen sie mit vorherigen Hinweisen ab. Hilfe bekommen sie von Kollegen aus ganz Deutschland. Diese befragen Hinweisgeber in anderen Bundesländern, gehen Beobachtungen nach. Über weitere Ermittlungswege schweigt die Polizei.

Wie hoch ist der Druck auf die Ermittler?

Die Suche nach dem kleinen Mädchen belaste die beteiligten Beamten auch emotional, berichtet Polizeisprecher von Hoff. „Viele haben selbst Kinder und Enkel und versuchen daher alles, um Inga zu finden.“ Gleichzeitig müssten die Ermittler stets abwägen, wie viel sie über ihre Ermittlungen preisgäben. Was könnte als Information zu dem entscheidenden Hinweis führen – und wo ist die Gefahr zu groß, mögliche Täter aufzuschrecken und das Mädchen in Gefahr zu bringen?

Wie wichtig sind Hinweise aus der Öffentlichkeit?

Gerade weil den Ermittlern eine Spur fehlt, sind Hinweise sehr wichtig. „Jeder soll sich melden, der denkt, er hat ein blondes Mädchen mit großer Zahnlücke oder Ingas Kleidung gesehen, egal wo“, appelliert Polizeisprecher von Hoff. „Jeder Hinweis kann der entscheidende sein.“ Derzeit gingen täglich 15 bis 20 neue Hinweise ein. Nach den TV-Aufrufen u. a. bei „Aktenzeichen XY...ungelöst“ im ZDF waren es noch mehr.

>> Die Internetseite zur Suche des Mädchens finden sie hier.

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