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ZDF-„Fernsehgarten“ wird 30 : Wo die Welt in Ordnung ist

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Moderatorin Andrea Kiewel sagt, was sie an ihrer Show so mag

Der ZDF-„Fernsehgarten“ ist Englischer Garten, Volkspark und Freizeitpark in einem. Wenn Andrea Kiewel (50) am Sonntag (8. Mai) die Jubiläumssaison zum 30. Geburtstag einläutet, steigt jeden Sonntag wieder eine große Party auf dem Mainzer Lerchenberg. „Kiwi“, so ihr Spitzname, ist das Gesicht des „Fernsehgartens“. Seit dem Jahr 2000 – mit gut einjähriger Unterbrechung – moderiert sie die Open-Air-Sendung, die Show, Schlager, Pop, Artistik und Spiel miteinander vereint und live ausgestrahlt wird. Auch in diesem Jahr sind viele Stars sonntags in den Garten eingeladen. Sommer-Atmosphäre inklusive: Die Show hat einen eigenen Pool.

In der DDR war Andrea Kiewel Mitglied der Schwimm-Nationalmannschaft. Sie wurde Lehrerin, am liebsten wollte sie aber Reporterin werden. „Dann hatte ich das Glück, dass die Mauer fiel und sich die Möglichkeit, in den Journalismus zu gehen, doch noch auftat“, sagt die Berlinerin. Sie moderierte beim Deutschen Fernsehfunk (DFF), beim Sender Freies Berlin (SFB) und bei Sat.1. Dann startete sie beim „Fernsehgarten“. Nachdem sie 2007 in einer Talkshow auf ein Unternehmen hingewiesen hatte, mit dem sie vertraglich verbunden war, trennte sich das ZDF von ihr. Nach gut einem Jahr holte der Sender sie zurück, im Mai 2009 war sie wieder auf Sendung.

Der „Fernsehgarten“ und Andrea Kiewel – das gehört zusammen. „Es ist mein Ein und Alles“, sagt sie. „Die Zuschauer und ich, wir haben eine Liebesbeziehung miteinander.“ Ihr Erfolgsgeheimnis: Es scheint fast so, als wolle „Kiwi“ jeden Sonntag ein bisschen Frieden in Wohnzimmer und „Fernsehgarten“ bringen: „Wir retten nicht die Welt, aber wenn wir gut sind, dann machen wir die Menschen für einen Moment froh“, sagt sie. „Wenn der ,Fernsehgarten‘ läuft, dann soll einfach mal die Welt in Ordnung sein.“ Sie betont aber: „Das bedeutet nicht, dass wir keinen Anspruch haben und Tralala machen. Im Gegenteil.“ Im Schnitt 1,9 Millionen Menschen schauten 2015 jedes Mal zu. Was macht den „Fernsehgarten“ so beliebt? „Ein Erfolgsgeheimnis ist, dass wir musikalisch so breit aufgestellt sind, dass letztendlich für jeden was dabei ist.“ Von Vicky Leandros bis Vanessa Mai zum Beispiel. So sind etwa am Sonntag unter dem Motto „Der Garten bebt“ DJ Bobo, Roland Kaiser, Vanessa Mai und die Band Die Höhner dabei. Pfingsten (15./16. Mai) gibt es zwei Ausgaben: Am Sonntag steht der Eurovision Song Contest vom Vortag im Mittelpunkt – mit dabei unter anderem Nicole und Guildo Horn. Am Montag können Trödelfans das Team von „Bares für Rares“ treffen. Während der Fußball-EM und der Olympischen Spiele wird der Sport eine wichtige Rolle im „Fernsehgarten“ spielen.

Die erste Sendung ging am 29. Juni 1986 über die Bildschirme – damals noch moderiert von Ilona Christen, die bis 1992 das „Gesicht“ der Show war. Danach war Ramona Leiß bis 1999 an der Reihe.

Rund 6000 Zuschauer sind bei jeder Sendung auf dem Gelände dabei. Das „Fernsehgarten“-Team besteht aus 130 Leuten.

Wie lange will Andrea Kiewel die Sendung noch moderieren? „Bis ich 120 bin“, sagt sie lachend und ergänzt: „So lange, wie man mich lässt.“ Der „Fernsehgarten“ passe gut zu ihr. „Ich muss mich nicht verstellen. Das fühlt sich so zuhause an.“

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erstellt am 07.Mai.2016 | 08:00 Uhr

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