Kuriose Baby-Namen : Winnetou oder Pepsi-Carola

Immer öfter entscheiden Gerichte, weil die Eltern auf ihrer außergewöhnlichen Namenswahl bestehen – ganz gleich wie skurril.
Immer öfter entscheiden Gerichte, weil die Eltern auf ihrer außergewöhnlichen Namenswahl bestehen – ganz gleich wie skurril.

Dumme Sprüche, ungläubige Blicke: Wie lebt es sich mit einem Vornamen, den sonst keiner hat?

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18. Juni 2015, 12:00 Uhr

Sie fallen auf. Nicht durch ihr Äußeres oder ihre Kleidung. Doch wenn sie sich vorstellen, gibt es immer ungläubige Blicke. Pepsi-Carola Krohn ist es schon gewohnt: Heute mit 55 Jahren kann sie darüber lachen, wenn andere sich wegen ihres Namens nicht mehr einkriegen können. Schon bei ihrer Namensgebung kam die Hamburgerin bundesweit in die Schlagzeilen. Im Jahr 1959 zahlte der Konzern Pepsi 10  000 Mark an ein Hamburger Ehepaar, damit es seine Tochter nach der Marke benannte. Ein Konzernleiter wurde sogar ihr Patenonkel, bis zu ihrer Hochzeit bekam Pepsi-Carola jedes Jahr Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke von der Firma – ein Fahrrad, eine Puppe und immer eine Kiste Cola. „Ich fühle mich sehr wohl als Pepsi-Carola, das ist ja auch was Besonderes“, sagt Krohn. Kinder nennen sie manchmal Fanta oder Sprite, darüber kann Pepsi nur lachen. Ihre Freunde nennen sie Pepsi.

Mit Indianerwitzen und Kriegsbemalung hatte Winnetou Kampmann zu kämpfen. „Mich verwechselt eigentlich niemand mit Pierre Brice“, sagt der Kieferorthopäde aus Berlin. Seinen Vornamen hat er von seinem Vater geerbt und an seinen Sohn weitergegeben. „Winnetou ist ein außergewöhnlicher, aber auch stolzer Name, den ich wirklich gerne trage.“ Der Sohn wurde allerdings in der Schule wegen seines Namens gehänselt. „Auf die ständigen Indianerwitze hatte ich keine Lust mehr“, sagt Winnetous Sohn, der nun Willi Kampmann heißt. Die positiven Erfahrungen seines Vaters konnte Willi nicht teilen, mit 22 Jahren entschloss sich der Student zur Namensänderung. Ungewöhnliche Vornamen werden in Deutschland immer häufiger – die Palette reicht von Neubildungen über mythologische Namen bis zu US-Schauspielern und Sängern. Dennoch sei der Trend nicht neu, sagt Gabriele Rodríguez vom Namenkundlichen Zentrum der Universität Leipzig. Immer öfter entscheiden Gerichte, weil die Eltern auf ihrer außergewöhnlichen Namenswahl bestehen – ganz gleich wie skurril. Erlaubt sind etwa Emily-Extra, Shakira, Schneewittchen und November.

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