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Brautstrauß Trends : Wie selbst gepflückt

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein natürlicher Look wie frisch von der Blumenwiese ist derzeit bei Brautsträußen angesagt. Zugleich soll der Blumenschmuck zum Gesamtkonzept der immer öfter perfekt durchkomponierten Feier passen.

svz.de von
erstellt am 28.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Ein kunterbunter Strauß aus Wiesenblumen und Gräsern – das soll ein Brautstrauß sein? Über viele Jahre waren zur Halbkugel arrangierte weiße Rosen oder ein Wasserfall aus Orchideen Klassiker für die Hochzeit. Aktuell aber wollen viele Bräute einen Strauß, der wirkt, als sei er gerade erst nebenan von der Wiese gepflückt worden.

Das wird sich auch in der anstehenden Hochzeitssaison nicht ändern. „Die Themen für 2017 sind Natürlichkeit, schlichte Eleganz und Nachhaltigkeit“, sagt der Florist Jens-Uwe Winkler aus Spremberg, Mitglied im Fachverband Deutscher Floristen. Und die Floristin Dorothea Hamm fasst es so zusammen: „Gefragt ist alles, was lieblich und natürlich aussieht.“ Sie konzipiert Fachbücher und Zeitschriften zum Thema Hochzeitsfloristik. Diese Trendaussagen bedeuten im Detail Folgendes:

Form

„Ungestylt“ nennt Hamm diesen natürlichen Wiesen-Stil. Die Sträuße werden nun eher groß und locker gebunden statt wie früher fest und kompakt. Doch von XXL-Sträußen ist Lisa Gronbach, Projektleiterin für Bayern beim Hochzeitsmessen-Veranstalter TrauDich, nicht immer überzeugt: „Das lenkt dann doch sehr vom Brautkleid ab.“ So gibt es natürlich weiterhin auch die klassischen runden, fest gebundenen Sträuße für Bräute.

Was ist mit den zuletzt so angesagten Gebinden in Wasserfall- oder Tropfenform? Hier gehen die Meinungen der Experten auseinander: „Heute soll der Strauß eher praktisch sein, so dass man ihn auch mal einfach aus der Hand legen kann“, findet Hamm. Winkler vom Fachverband Deutscher Floristen hingegen berichtet, die Tropfenform sei bei Bräuten immer noch beliebt.

Blumen

Besonders beliebt sind Wiesenblumen, oft kombiniert mit Gräsern. Der Trend zum üppigen Grün im Brautstrauß werde sich 2017 noch mal verstärken, erwartet Winkler. Aber es gibt nicht die eine Trend-Blume. Es gebe vielmehr einfach keine No-Gos mehr, ergänzt Gronbach. „Selbst Lilien, die klassischen Trauerblumen, werden inzwischen genommen.“ Die beliebteste Blume für den Brautstrauß ist allerdings nach wie vor die Rose. „Ganz ohne Rosen läuft es immer noch bei den wenigsten Hochzeiten“, sagt die Floristin. Auch große Blüten etwa von Pfingstrosen und Hortensien sind beliebt. Ausgefallene Blumen sind hingegen wenig nachgefragt, genauso wie Gerbera.

Farben

Ebenfalls sehr breit gefächert ist die Palette der gewünschten Blütenfarben – „alles von Weiß über Pastell bis ganz bunt“, fasst es die Hochzeitsmessen-Expertin Gronbach zusammen. Wie bei der Hochzeitsdekoration generell werden viel mehr Farbvarianten genutzt als früher. Besonders beliebt seien zurzeit Rosa, Weiß und Violett, meint aber Hamm. Gelb und Orange ziehen eher weniger. 2017 kommen aber laut Winkler Gold- und Bronzetöne in Mode.

Umwelt

Viele Kunden hinterfragen inzwischen die Herkunft der Schnittblumen im Laden, berichtet der Florist Winkler. Und sie wünschten sich eher regionale Produkte als exotische Pflanzen. Auch auf zur Jahreszeit passende Gewächse werde stärker geachtet: „Es werden eher saisonale Blumen gewünscht und nicht alles zu jeder Zeit“, erklärt Winkler. So dürfen es im Frühjahr oft Pfingstrosen oder Ranunkeln sein, im Sommer zum Beispiel Schleierkraut, nennt Hamm ein paar Beispiele.

Gesamtkonzept

Welche Blumen in welcher Farbe es sein sollen und wie sie gebunden werden, ist nach Ansicht der Experten heute eine viel individueller beantwortete Frage als früher. Für Bräute, die trotzdem unsicher sind, hat Florist Winkler einige generelle Tipps: Hauptkriterium sei die Braut selbst – was für ein Typ ist sie? Dann kommen Brautkleid mit Schnitt und Farbe, Make-up und Schmuck als Auswahlkriterien hinzu. Und dann noch gegebenenfalls die Frage nach Lieblingsblumen. „Wenn das alles passt, passen die Blumen in der Regel auch zum Bräutigam“, findet Winkler.

Nur das reicht vielen nicht mehr: Eine große Zahl an Brautpaaren, so berichten die Experten, wollen ein ganzheitliches Konzept für ihre Hochzeit, das sich von der Einladung über die Location, die Kirchen- und Tischdekoration bis hin zum Outfit durchziehen kann. Egal ob Vintage, Barock oder ein Motto wie „Alles in Rot und Weiß“: Der Brautstrauß muss dazu passen.

Zugleich geht der Trend zu mehr Blumenschmuck: Zu Brautstrauß und dazu passendem Anstecker für den Bräutigam gesellen sich nicht nur Tisch- und Brautauto-Schmuck, sondern etwa auch die passenden Gestecke für die Erinnerungsfoto-Ecke, erklärt Floristin Hamm. Sehr beliebt ist nach Erfahrung der Experten zudem Blumenschmuck im Haar der Braut, sogar große Blütenkronen werden nachgefragt.

Das spiegelt sich auch auf der Rechnung wider: Insgesamt sei das Blumenbudget von Brautpaaren im Durchschnitt angestiegen, sagt Messe-Expertin Gronbach. Der Brautstrauß selbst mache davon aber nur noch einen kleinen Teil aus und sei durch den oft geringeren Aufwand beim Binden eher günstiger geworden als früher, ergänzt Hamm. „Das Alleinstellungsmerkmal ist heute das Event, nicht mehr der Brautstrauß.“ Wegzudenken ist er deshalb aber noch lange nicht.

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