Job, Wohnen, Gesundheit : Wie sehen Deutsche ihre Zukunft?

 Karikatur: Andreas Prüstel
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Karikatur: Andreas Prüstel

Älterwerden fühlt sich laut Studie immer besser an. Der Deutsche Alterssurvey 2014 wurde heute vorgestellt.

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07. Juni 2016, 20:45 Uhr

Vier von fünf Menschen über 70 sehen ihr Leben positiv. 85 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 40 und 65 sind mit ihrem Job zufrieden. Zwei Drittel der Bürger mittleren bis höheren Alters sagen, sie seien bei guter Gesundheit. Neun von zehn Menschen finden ihre Wohnsituation gut bis sehr gut. Und jeder Vierte engagiert sich ehrenamtlich. „Erfreulich“ nennt Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) die Ergebnisse einer heute vorgestellten Studie mit dem sperrigen Namen „Deutscher Alterssurvey 2014“. Ein spannender „Blick in die Glaskugel“ sei der 500-Seiten-Report über die 40- bis 85-Jährigen.

AUSGANGSLAGE

Von gut 81 Millionen Bundesbürgern sind nach Daten des Statistischen Bundesamtes 58 Prozent 40 Jahre und älter, per Definition also in ihrer zweiten Lebenshälfte. Zur klassischen Gruppe der „Senioren“ über 60 gehören gut 27 Prozent. 6000 Menschen befragte das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) 2014 erstmals für seine 1996 gestartete Langzeitstudie, mehr als 4000 zum wiederholten Mal.

JOB ALS NORMALITÄT

Immer mehr Menschen über 40 sind erwerbstätig – waren es 1996 rund 60 Prozent, so arbeiten jetzt drei von vier Bürgern. Bei den 54- bis 65-Jährigen wuchs der Anteil am deutlichsten – um etwa 20 Prozentpunkte. Aber: Immer weniger Älteren gelingt ein nahtloser Übergang in die Rente.

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„UNRUHESTAND“

Arbeiten nach dem Renteneintritt ist inzwischen für gut jeden Neunten in Deutschland Realität. Beim ersten „Alterssurvey 1996“ lag dieser Anteil knapp über 5 Prozent. Erwerbstätigkeit im Ruhestand wird dabei überwiegend in Teilzeit absolviert.

JOB-ZUFRIEDENHEIT

Die große Mehrheit der 40- bis 65-Jährigen (81,2 Prozent) fühlt sich durch ihre Tätigkeit insgesamt weder unter- noch überfordert. In der Altersgruppe der 54- bis 59-Jährigen zeigt sich allerdings eine vergleichsweise hohe zeitliche und nervliche Belastung im Job (51,4 Prozent), auch der körperliche Stress wird hier am stärksten empfunden (35,7 Prozent).

BERUF UND HAUSHALT

Es gibt immer weniger Alleinverdienerhaushalte, in denen nur der Mann im Beruf steht – dafür sind bei mehr als der Hälfte der älteren Paare bis 65 beide Partner erwerbstätig. Dennoch tragen viele Frauen weiter die Hauptlast beim Putzen, Bügeln und Kochen: Es übernehmen „in sechs von zehn Paarhaushalten überwiegend die Frauen die Hausarbeit“, heißt es im Report. Das „Pascha-Verhalten“ betreffe alle Männer-Altersgruppen.

FRAUEN FÜR FAIRNESS

Unzufriedenheit ist bei Frauen hoch ausgeprägt (31,6 Prozent), wenn sie neben ihrer Berufsarbeit auch noch die Hauptverantwortung für den Haushalt tragen. Männer können mit dieser Situation offenbar gut leben – nur 6 Prozent äußern sich unzufrieden. Sobald beide partnerschaftlich mit der Hausarbeit umgehen, sind nur je knapp 6 Prozent mit der Einigung unzufrieden.

GROSSELTERN UND ENKEL

Während von 1996 bis 2008 der Anteil der Omas und Opas, die ihre Enkel betreuen, rückläufig war, engagieren sich jetzt wieder mehr Großeltern. Der Anteil stieg innerhalb von sechs Jahren deutlich von einem Viertel auf ein Drittel.

FAMILIE BLEIBT WICHTIG

Der Wandel von der Ehe zur Partnerschaft ohne Trauschein setzt sich fort: Waren 1996 noch drei Viertel der 40- bis 85-Jährigen verheiratet, so ging diese Quote auf knapp 68 Prozent zurück. Nichts geändert hat sich am engen Band der Familie: „Sie ist und bleibt die wichtigste Stütze“ für ältere Menschen, sagt Schwesig.

EINKOMMEN

Männer haben nach wie vor höhere Einkommen als Frauen, Westdeutsche haben höhere Löhne als Ostdeutsche. Für das Wohnen geht ein immer höherer Anteil des Einkommens drauf. 1996 waren es 28 Prozent, zuletzt 35 Prozent.

GESUNDHEIT UND SPORT

87 Prozent halten ihren Gesundheitszustand für gut, klagen nur über geringe Beeinträchtigungen. Bemerkenswert: 40- bis 85-Jährige treiben heute häufiger Sport als vor 20 Jahren. Zwischen 1996 und 2008 waren 11 beziehungsweise 14 Prozent der 78- bis 83-Jährigen sportlich aktiv. Heute sind es bereits 24 Prozent.

FAZIT DER POLITIK

Manuela Schwesig zieht ein grundsätzlich positives Fazit. Doch gebe es noch viel zu tun. So zeige sich, dass sozial abgehängte Frauen und Männer mit geringer Bildung im Alter zunehmend Probleme hätten. Außerdem verwies sie auf die „Dreifachbelastung“ vieler Frauen im Job, in der Familie und bei der Pflege Angehöriger.

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