Gesund und preiswert : Wie die Deutschen essen

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Die meisten Deutschen stehen regelmäßig am Herd und achten auf gesundes Essen. Auch das Tierwohl ist vielen wichtig. Trotzdem gibt es Kritik am Agrarminister.

Millionen Bundesbürger kochen regelmäßig zuhause, essen viel Gemüse und wollen artgerechte Tierhaltung. Doch auch Imbiss oder Snacks unterwegs und günstige Nahrungsmittel sind weiter im Trend. Das zeigt der Ernährungsreport 2018, den Ernährungs- und Agrarminister Christian Schmidt (CSU) gestern in Berlin vorstellte.

Kritiker warfen Schmidt vor, belanglose Daten statt Initiativen für besseres Essen zu liefern. 23 Prozent der Bundesbürger holen sich laut dem Report mindestens einmal in der Woche unterwegs belegte Brötchen, Burger, Pizza oder andere Snacks. 20 Prozent gehen ein- oder mehrmals wöchentlich essen. Vier Prozent lassen sich mindestens einmal pro Woche Gerichte liefern. 99 Prozent legen Wert auf leckeres, 92 Prozent auf gesundes Essen.

Zugleich sagen 43 Prozent der Bundesbürger, dass sie so gut wie täglich zuhause kochen. Weitere 38 Prozent kochen zwei bis dreimal in der Woche selbst. Von den 14- bis 18-Jährigen kochen 83 Prozent gern, die Werte nehmen mit dem Alter leicht ab – bei den Über-60-Jährigen sind es 66 Prozent.

„Deutschland ist ein Volk von Köchen“, sagte Schmidt. 14 Prozent der Männer und 3 Prozent der Frauen kochen gar nicht. Insgesamt sei das Essverhalten in den vergangenen drei Jahren überwiegend konstant geblieben, sagte Peter Matuschek vom Institut Forsa, das die Umfrage durchgeführt hatte.

Fast alle Lebensmittel im konventionellen Supermarkt besorgen 23 Prozent. Im Discounter sind es zehn, im Bioladen oder -Supermarkt drei Prozent. Der Anteil derer, denen beim Essen ein günstiger Preis wichtig ist, sank von 2015 bis 2017 um vier Punkte auf 40 Prozent. Neun von zehn Bundesbürger geben an, für Lebensmittel aus artgerechter Haltung auf jeden Fall oder eher mehr zahlen zu wollen.

Bis zu 12 Euro für ein Kilo Fleisch würden nach eigenen Angaben 16 Prozent hinlegen, bis zu 15 Euro 52 und noch mehr 29 Prozent. Verglichen mit der Befragung von 2016 ist der Anteil derjenigen tendenziell leicht gestiegen, die Wert auf regionale Produkte (78 Prozent) oder bestimmte Siegel (41 Prozent) legen.

Die Verbraucherorganisation foodwatch kritisierte Schmidt scharf. Statt produktive Politik zu machen, gebe Schmidt bunte Broschüren heraus, kritisierte Geschäftsführer Martin Rücker. Die Agrarexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Katrin Wenz, nannte das vorgeschlagene Tierwohllabel unzulänglich.

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