Profis geben Tipps : Wenn Hitze Alltag ist

Tipps vom Experten: Koch Haiko Klanowski kämpft immer mit der Hitze - auch im Winter.
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Tipps vom Experten: Koch Haiko Klanowski kämpft immer mit der Hitze - auch im Winter.

Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad kommt man in fast jedem Job ins Schwitzen.

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30. Juli 2018, 12:00 Uhr

Wer sein Geld am Wurstgrill oder an Brandherden verdient, kennt die Tricks, wie man die Arbeit trotz Hitze erledigt bekommt.

Schwitzen gehört bei Haiko Klanowski zum Beruf. Der gelernte Koch ist Küchenchef des Bremer Ratskellers – und zwischen den dampfenden Töpfen und brutzelnden Pfannen herrscht immer eine Affenhitze. „Wenn richtig viel los ist, also zur Mittagszeit und abends, sind es mehr als 60 Grad“, sagt Klanowski. Die Küche hat zwar eine Lüftung, aber auch die stößt irgendwann an ihre Grenzen.

Sommerhitze macht ihm nicht zusätzlich zu schaffen. „Hier in der Küche ist es immer heiß. Schwitzen tun wir auch im Dezember und Januar.“ Doch wie hält er das über Stunden aus? „Wir trinken bei der Arbeit viel Wasser. Und ab und zu gibt es eine Runde Eis.“

Damit Touristen wie Einheimische in den Genuss der Thüringer Leibspeise kommen können, muss sie schwitzen: Die Erfurter Wurstbraterin Christine Fiks hat aber einige Tricks, um mit der vom Grill verstärkten Hitze umzugehen. „Unter dem Rost steht ein Mini-Ventilator, der kühlt zumindest die Beine“, sagt die 40-Jährige.

Auch könne sie die Tür zum benachbarten klimatisierten Supermarkt für ein laueres Lüftchen öffnen. „Aber im Winter ist es schon angenehmer am Grill, weil es in der Bude hier keine Heizung gibt.“ Kunden würden ihre heiße Arbeit aber gerade im Sommer schätzen. „Einmal hat ein Kunde mir auch einen Handventilator geschenkt.“

Enorm heiß ist es auch ohnehin in der Nähe von Bränden. Kommt dann noch das Hitzewetter dazu, sind die Feuerwehrleute noch schneller schweißgebadet. Ein Vergleich vom Fachmann: „Stellen Sie sich vor, Sie ziehen bei dem Wetter einen Skianzug an und gehen joggen“, sagt Florian Fastner von der Würzburger Berufsfeuerwehr. Allein die Hose habe drei bis vier Lagen und ist entsprechend dick.

Hinzu kommen Beil, Atemschutz, Gurt und der Rest der Sicherheitskleidung. Die Montur eines Feuerwehrmannes ist damit etwa 30 bis 40 Kilogramm schwer. Gegen die Hitze und möglichen Kreislaufkollaps helfe nur: viel trinken und mehr Pausen.

Ohne Skianzug, aber in Bewegung: Stephan Schillhaneck-Benke rennt mit großen Schritten durch den Freizeitpark Marienfelde in Berlin. Es ist kurz nach acht Uhr, dennoch herrschen bereits 24 Grad. Der 59-Jährige bereitet sich derzeit auf den Berlin-Marathon im September vor, für ihn ist es einer von sieben in diesem Jahr. „Um das durchzuhalten, kann man das Training auch bei so einer Hitze nicht unterbrechen.“ Derzeit gehe er entweder früh um sieben oder abends ab 22 Uhr zum Joggen – alles andere sei bei der Hitze zu gefährlich. Viele seiner Lauffreunde trainierten aktuell trotzdem am Nachmittag, erzählt er. „Aber das halte ich für absolut unvernünftig.“

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