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Herrentag : Welcher Vatertyp sind Sie?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vom Elternzeit-Träumer bis zum Hipster-Dad

Der eine flieht nach dem Elternzeit-Minimum sofort wieder ins Büro, der andere schmeißt den Haushalt und wird Erziehungsprofi. Ein Querschnitt durch die heutige Väterlandschaft anlässlich des Vatertages:

DER WERDENDE PAPA

Werdende Väter machen sich nach Einschätzung von Eberhard Schäfer vom Väterzentrum Berlin viele Gedanken – „aber ganz still und heimlich“. Viele fragen sich, wie sie Zeit für das Baby finden. Das erzählt auch Simon (32), der gerade auf die Geburt seiner Tochter wartet: „Man überlegt schon: Wann nehme ich wie lange frei – und wie sage ich es meinem Arbeitgeber?“

DER ÜBERVORSICHTIGE

„Helikopter-Eltern“ kreisen ständig um ihre Kinder wie Rettungshubschrauber. Der Übervorsichtige googelt häufig Kinderkrankheiten und ist Stammgast im Eltern-Forum. Der Übervorsichtige kann schwer loslassen, sollte aber aufpassen, dass Hilfestellung und Schutz nicht zum Kontrollwahn werden.

DER VORSTADT-VATER

Hat ein Häuschen im Grünen, einen Kombi und fährt regelmäßig zum Fußballtraining. Der Vorstadt-Vater macht Überstunden und versucht trotzdem, Zeit für den Nachwuchs zu haben. Vor Bürobeginn bringt er die Kinder zur Kita, in der Freizeit engagiert er sich im Verein.

DER HIPSTER-DAD

Sein Kinderwagen sieht aus wie aus einer Werbung der 1960er-Jahre: große Räder, Dach im Retrolook, geschwungener Kinderwagengriff. In manchen Kiezen Berlins wirken Kinder wie ein schickes Accessoire: Junge Eltern sieht man mitunter auch nachts mit ihren Babys vor Kneipen stehen. Für die Elternrolle gibt man sein Leben nicht auf.

DER ZWEI-MONATS-VATER

Männer nehmen öfter berufliche Auszeiten. Auffällig: Rund 80 Prozent der Väter, die sich für die Elternzeit entscheiden, beziehen laut Statistischem Bundesamt Elterngeld für zwei Monate. Das ist das vorgeschriebene Minimum, wenn Paare volle 14 Monate Unterstützung bekommen wollen.  Der Zwei-Monats-Vater engagiert sich – Mama bleibt länger daheim.

DER ELTERNZEIT-TRÄUMER

Nimmt sich in seiner Elternzeit viel vor. Endlich das Buch schreiben, über das man seit Jahren nachdenkt? Oder einen Business-Plan erstellen? Die Realität sieht am Ende oft ganz anders aus. Wenn das Kind da ist, beschäftigt es einen den ganzen Tag.

DER EMANZIPIERTE PAPA

Dieser Typ übernimmt Haushalt und Kinder. In den USA gibt es unter „Stay-at-home dads“ einen Spruch: „Dads don’t babysit. It’s called parenting.“ (Väter machen kein Babysitting, sondern übernehmen Verantwortung.)  Der Vollzeit-Papa kocht Mama auch das Mittagessen fürs Büro vor.

DER BERÜHMTE

Wer weltbekannt ist, hat viele Zuschauer, wenn er Vater wird. Jüngstes Beispiel: Prinz William (32). Als er sein Töchterchen mit dem Geländewagen vor dem Londoner St. Mary’s Hospital abholte, wartete die Presse. Der berühmte Vater kann sein Glück mit vielen  teilen – muss dafür aber um seine Privatsphäre kämpfen.

DER TRADITIONELLE TYP

 Verdient die Brötchen. Er hat sich für das klassische Familienbild entschieden, wie es sehr lange gelebt wurde. Die Mutter bleibt zu Hause.

DER PAPA-WOHNT-WOANDERS

Ehen und Beziehungen gehen in die Brüche. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass es mehr Alleinerziehende gibt als früher. Meist wohnen die Kinder dann bei der Mutter, den Trennungsvater sehen sie  seltener. Der Papa-wohnt-woanders-Typ muss sich gut mit der Ex  abstimmen, damit in der Erziehung alles stimmig läuft.

DER VATER-DOPPELPACK

Manche Kinder bekommen gleich doppelte Vaterliebe – wenn sie mit zwei schwulen Männern aufwachsen. Die Väter haben aus früheren heterosexuellen Beziehungen Nachwuchs, versuchen es mit Unterstützung befreundeter Frauen oder nehmen fremde Kinder auf.  

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