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Am 5. Mai ist Vatertag/Herrentag : Was sind Sie denn für ein Vater?

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ernährer, Erzieher oder ein bisschen von beidem? Väterrollen sind vielfältiger geworden – ein Überblick zum Herrentag

svz.de von
erstellt am 04.Mai.2016 | 19:30 Uhr

Windeln wechseln, Gute-Nacht-Geschichten erzählen, Taxi fahren zur Kita: Viele Männer verdienen nicht nur Geld für den Haushalt, sondern wollen Kind und Karriere – oder sogar Kind statt Karriere. Viele Väter teilen sich mit der Mutter gleichberechtigt die Erziehung. Aber auch die Gruppe der traditionellen Patriarchen ist nicht ausgestorben. Ein paar Vätertypen im Überblick:

Der Traditionelle

Er hat mit Erziehung wenig zu tun und steht auf die klassische Rollenverteilung. „Sein Anteil ist geringer als noch vor ein paar Jahren. Die Gender-Konzepte werden immer egalitärer“, sagt Zerle-Elsäßer. Aber es gibt ihn noch – den Mann, der Kinder, Küche, Kirche als Frauendomäne sieht. „Es gibt schon noch die, denen nicht so ganz klar ist, dass über Erzeuger und Ernährer hinaus mehr zu tun ist“, sagt Karin Carapetyan vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter Tübingen.

Der Ich-wollte-einen- Sohn-Papa

Er ist der Mann im Haus, er schuftet wie Al Bundy für die Familie, hat aber wenig zu sagen. Häuslich ist er geradezu umzingelt von Frauen. Gerne flüchtet er sich mit Kumpels in die Kneipe - oder mit dem Bollerwagen in die Pampa. „Mit der Rolle wird gerne kokettiert, aber klammheimlich genießen sie die Rolle als Hahn im Korb“, sagt Carapetyan.

Der Wochenendvater

In der Ära Patchwork immer häufiger. Er sieht seine Kinder am Sonntag zwischen 14 und 16 Uhr. Aber auch in klassischen Familien ist diese Rollenverteilung noch häufig vertreten. „Es nimmt zu, dass Väter sich kümmern wollen“, sagt Hartmut Kay Hirsch vom Verein Väteraufbruch für Kinder in Stuttgart. „Aber die Arbeitgeber und die Gesellschaft ermöglichen es einfach nicht, Vaterjob und Beruf zu vereinbaren.“

Der Kuckucksvater

Ihm wurde ein fremdes Kind in die Wiege gelegt. „Davon gibt es mehr als man denkt“, sagt Carapetyan. „Die Gefahr ist, dass Väter sich dann zurückziehen aus der Beziehung zum Kind.“

Der Elternzeitvater

Immer mehr Väter nehmen sich eine Pause vom Job und Zeit für ihre Kinder. Rund jeder dritte Vater bezieht nach Angaben des Statistischen Bundesamts Elterngeld – im Schnitt für 3,6 Monate (Stand: 4. Quartal 2015). Hirsch hat ein Jahr genommen. In den ersten Monaten brauche das Kind aber die Mutter am meisten, findet er: „Am Anfang habe ich ein Fachbuch geschrieben, ich konnte dem Kind ja nicht die Brust geben.“

Der Windelstratege

Sie arbeitet, und er kümmert sich um die Kinder. Dem Vollzeitvater ist egal, was die Nachbarn denken. Er beschützt, schmust und trocknet Tränen – rund um die Uhr. Die Windelbarriere nimmt er noch vor dem Frühstück. Er ist der Held auf dem Spielplatz und Mütterschwarm. „Der Vater kriegt sicher viel Anerkennung von der Nachbarin, aber leider nicht im Job“, sagt Carapetyan. Nicht immer sei die Entscheidung allerdings gewollt, sondern das Ergebnis von Brüchen in der Erwerbskarriere, berichtet Soziologin Zerle-Elsäßer.

Der Rosinenpicker

Geht es um Spiel und Spaß, ist er zur Stelle. Aber wehe, die Kleinen müssen zum Arzt oder die Windeln müssen runter! Das gilt auch nach einer Trennung: „Sie lieben ihre Kinder, aber ihre Vaterrolle ist ihnen nicht so ganz klar“, sagt Carapetyan. Nach dem Motto: Freitags kann ich nicht, da habe ich Sport.

Der Möchtegernpapa

Er will mehr Zeit mit den Kindern verbringen, kann aber nicht. Häufig steht die Vollzeitarbeit im Weg. Oder eine Trennung: „Viele Väter sind engagiert und wollen genauso wie die Mutter am Leben der Kinder partizipieren, tun sich aber schwer, wenn das nicht ermöglicht wird“, sagt Carapetyan. „Sie wollen nicht auf die Wochenenden reduziert werden.“

Der Wechselpapa

Das sogenannte Wechselmodell bei getrennt lebenden Eltern ist denkbar simpel. „Eine Woche Mama, eine Woche Papa“, erklärt Carapetyan. Kinder hätten mit der sogenannten „Doppelresidenz“ ein gleichwertiges Zuhause.

Der Alleinerziehende

Alles andere als die Regel. Dieser Typus komme vor allem bei Witwern vor – oder wenn die Mutter etwa eine chronische Krankheit habe, erklärt Carapetyan. Ansonsten werde vor allem die Mutter schnell zum Gesprächsthema in der Nachbarschaft. „Der Begriff Rabenmutter existiert noch. Man muss sich schon im sozialen Umfeld rechtfertigen“, sagt die Expertin.

 
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