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Kinder fragen – der Bischof antwortet : Was ist eigentlich ein Heiland?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Was von der Geschichte aller Geschichten heute noch interessiert, lesen Sie im Kinder-Interview.

svz.de von
erstellt am 24.Dez.2015 | 12:54 Uhr

Die Weihnachtsgeschichte wird schon seit Hunderten von Jahren zu Heiligabend vorgelesen und nachgespielt. Doch was versteckt sich noch alles hinter der Erzählung von Jesus’ Geburt? Unsere Kinder-Reporter Liv (13), Frida (10), Lasse (10) und Henrik (9) haben den Nordkirchen-Bischof Gothart Magaard in Schleswig besucht und nachgefragt.

Liv: Warum brachten die Heiligen Drei Könige dem Christkind denn Gold, Weihrauch und Myrrhe? Gab es keine praktischeren Dinge, die man für ein Baby mitbringen konnte, wie eine warme Decke oder Windeln?

Die Geschichte erzählt, dass sich die Könige auf den Weg gemacht haben, um einen neuen König zu begrüßen. Deswegen wollten sie wertvolle Geschenke machen und nicht nur für den Moment etwas mitbringen. Sie ahnten ja, dass es eine ganz besondere Geburt ist und nahmen Kostbarkeiten mit, die man bei einem Besuch beim König schenken würde.

Henrik: Stand an Jesus’ Geburt wirklich ein Stern über Bethlehem?

Die Sterndeuter der Könige hatten damals keinen Kalender oder eine Uhr, sondern mussten sich nach dem Tageslicht und dem Himmel orientieren. Es gibt bestimmte Konstellationen, die einzelne Sterne manchmal heller scheinen lassen. Die Geschichte erzählt, dass es einen leuchtenden Stern über Bethlehem gab, einen Hingucker sozusagen.
Das wurde als Zeichen gedeutet, und man überlegte, dass an dem Ort, wo er am hellsten scheint, ein neuer König geboren sein könnte.

Lasse: In welchem Jahr hat die Geschichte stattgefunden?

Unsere Zeitrechnung orientiert sich ja nach der Geburt von Jesus Christus. Die Menschen haben irgendwann nach Jesu Kreuzigung und Auferstehung angefangen, die Jahre danach zu zählen. Danach war Jesu Geburt im Jahr 0 und ist es jetzt ungefähr 2015 Jahre her.

Liv: Hat man eine Vorstellung davon, wie alt Maria und Josef damals waren?

Da muss ich nachdenken, denn das Alter der beiden ist nirgendwo aufgeschrieben. Maria war aber sicher eine junge Frau. Das Alter von Josef kann man leider nur schätzen.

Frida: Man kann nachlesen, dass es in Bethlehem kaum Holz gab und man erzählt, dass Jesus in einem Stall geboren ist. Es gab dort viele Steinhöhlen. War es wirklich ein Stall für Tiere, oder vielleicht eine Höhle?

Ich könnte mir auch vorstellen, dass es eine Höhle gewesen ist, in der sich ein Stall befand. Bethlehem ist hügelig und steinig. Die Futterkrippe für die Tiere wird vermutlich schon aus Holz gewesen sein. Die musste ja vielleicht auch mal nach draußen getragen werden.

Henrik: Woher weiß man, dass Jesus wirklich am 24. Dezember geboren ist?

Wir feiern Jesu Geburt ja eigentlich am 25. Dezember. Der 24. ist der Heiligabend vorher. Das ist auch der wichtigste Tag für euch. Wenn man in die Bibel guckt, steht überhaupt kein bestimmtes Datum darin. Das ist erst eine Weile nachdem Jesus gestorben war, festgelegt worden. Es gibt ja keine Geburtsurkunde. In manchen anderen Ländern wird Jesu Geburt an einem anderen Datum gefeiert. In Russland feiert man am 7. Januar.

Frida: Warum hatten die Hirten keine Angst vor den Engeln und haben darauf vertraut, dass sie eine frohe Botschaft bringen?

Ich glaube nicht, dass die Hirten keine Angst hatten, denn die Engel sagten ja „Fürchtet euch nicht“. Sie haben sich bestimmt zuerst gefragt, was denn hier los ist und bestimmt auch Angst gehabt. Erst als die Engel ihnen sagten, dass ein Retter geboren wird und er in einer Krippe liegen würde, waren sie beruhigt. Sie haben zugehört und sich bestimmt erst einmal beraten. Dieses Ereignis war aber so bedeutsam und großartig für sie, dass sie dann die Krippe gesucht haben.

Lasse: Wer waren die Herrscher des Landes und warum wollte sich das Volk nicht von ihnen regieren lassen?

Es ist in der Bibel von König Herodes die Rede. Das Land war besetzt von den Römern, das war eine Besatzungsmacht und das jüdische Volk hoffte, dass es irgendwann befreit werden würde. Kein Volk möchte gern von fremden Mächten bestimmt und ausgebeutet werden. Die Menschen wollten, dass es im Land gerechter zugehen sollte.

Henrik: Was bedeutet Heiland?

Heiland heißt so etwas wie Retter. Im alten Testament ging es oft darum, dass die Menschen sich einen Erlöser wünschten, der dafür sorgen würde, dass es ihnen wieder gut geht. Die meisten Könige damals versuchten, so viel wie möglich aus den Menschen herauszupressen. Aber es gab die Hoffnung, dass irgendwann ein Retter kommen würde, der die Zustände verbessern könnte.

Liv: Glauben Sie selbst daran, dass die Weihnachtsgeschichte wirklich so passiert ist, oder dass etwas verändert wurde?

Die Geschichte ist über viele Jahrhunderte hinweg immer weiter erzählt und aufgeschrieben worden. Da wird bestimmt etwas verändert worden sein. Natürlich standen keine Leute bei der Geburt daneben und protokollierten alles. Ich glaube aber, sie ist eine ganz wichtige Geschichte und sie erfüllt viele Menschen mit Freude.

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