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Abgestürzter Egyptair-Airbus : Was geschah mit Flug MS804?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Suche im Mittelmeer ist schwierig. Im Fokus: die Flugschreiber, die Erkenntnisse zum Absturz liefern könnten.

svz.de von
erstellt am 26.Mai.2016 | 20:30 Uhr

Stück für Stück werden die Trümmer eingesammelt. Die 66 Opfer werden geborgen. Keine leichte Aufgabe für die Suchmannschaften: Von der Egyptair-Maschine wurden bislang nur kleine Wrackteile gefunden. Auch Körperteile der Insassen sind meist nicht viel größer als eine Handfläche. Mehr als 74 Quadratkilometer müssen die Teams abdecken. So beschreiben ägyptische Behörden die Bergung der Überreste des Airbus, der am Donnerstag vor einer Woche auf Flug MS804 über dem östlichen Mittelmeer unter rätselhaften Umständen abgestürzt ist. Ägyptische und französische Ermittler sollen Antworten liefern – doch bislang gibt es nur Fragezeichen.

Eine Woche nach dem Unglück muss sich neben Trauer wohl auch Frust und Verzweiflung bei den Angehörigen der Opfer breitmachen. Viele von ihnen harren noch immer in der Nähe des Flughafens in Kairo im Ungewissen aus, betreut von der Airline und ägyptischen Behörden. Sie warten darauf, dass ihre Liebsten anhand von DNS identifiziert werden. Und sie warten auf eine Erklärung, was der Egyptair-Maschine auf dem Weg von Paris nach Kairo widerfahren ist.

Fest steht: Die Maschine flog in den frühen Morgenstunden des 19. Mai in den griechischen Luftraum, die Piloten meldeten sich bei den Fluglotsen. Doch kurz vor dem Verlassen des Luftraums kam vom Cockpit keine Abmeldung. Vor der ägyptischen Küste geriet die Maschine ins Trudeln und sackte von 11 300 Metern auf rund 4600 Meter ab. Danach verschwand sie vom Radar. Bei dieser ursprünglichen Aussage des griechischen Verteidigungsministers bleibe man, hieß es aus Griechenland.

Darüber hinaus gibt es nur Spekulationen. So löste eine Quelle innerhalb der ägyptischen Untersuchungskommission Verwirrung aus: Es hieß, vorläufige forensische Analysen der geborgenen Körperteile deuteten auf eine Explosion im Flugzeug hin. Wenige Stunden später meldete sich der Leiter der ägyptischen Behörde für Rechtsmedizin zu Wort: Die Informationen seien falsch. Berichte über Rauch an Bord der Maschine wurden zunächst von ägyptischer Seite zurückgewiesen, später aber von der französischen Behörde für Flugunfalluntersuchung bestätigt.

Klarheit ist eine Woche nach dem Unglück in weiter Ferne. Doch der Hamburger Luftfahrtexperte Cord Schellenberg mahnt, unter den Umständen sei eine Aufklärung der Absturzursache so kurz nach dem Ereignis unrealistisch. „Hier haben wir weder ein Flugzeug, noch größere menschliche Überreste, noch den Flugschreiber oder Stimmenrekorder.“ Keine Überlebenden, keine Bilder. Auch kein Bekenntnis von Terroristen.„Es ist normal, dass es noch keine konkreten Hinweise auf die Ursache gibt“, sagt der Fachmann.

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