Oster-Feiertage : Warum wir Ostern feiern – Fragen und Antworten

Das Osterfest liegt zwischen dem 22. März und dem 25. April.
Das Osterfest liegt zwischen dem 22. März und dem 25. April.

Der Hase kommt, die Eier sind bunt und die Finnen schlagen sich mit Ruten. Wir erklären wieso.

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30. März 2018, 05:00 Uhr

Jedes Jahr im Frühling feiern die Christen das Osterfest: Es werden Eier bunt bemalt, Zweige dekoriert und Süßigkeiten versteckt – diese Traditionen bestehen bereits seit mehreren 100 Jahren. Aber wissen Sie auch, warum das so ist? Wir erklären Ihnen, wieso wir Ostern feiern, was andere Länder für Bräuche pflegen und wie der Osterhase zu seinem Job gekommen ist.

 
Klawitter
 

Warum feiern wir Ostern?

Die Osterfeiertage sind religiösen Ursprungs und werden vom Christentum zelebriert. Mehreren Übermittlungen zufolge ist Jesus Christus in Jerusalem zum Tode durch Kreuzigung verurteilt worden. Nach der Vollstreckung des Urteils wurde er bestattet, ist aber schon zwei Tage darauf wieder von den Toten auferstanden. Am Folgetag hat er sich mit zwei seiner Jünger getroffen, die daraufhin die frohe Botschaft verkündeten. Diese Zeitspanne feiern wir heutzutage als „Ostern“. Die Tage dienen dem Gedenken an Jesus.

Der Frühlingsanfang besitzt mit dem 21. März ein beständiges Datum, doch das Osterfest findet immer an einem Wochenende statt. Mithilfe des Lunisolarkalenders wird jedes Jahr ein anderes Datum für die Feiertage bestimmt. Ostersonntag fällt dabei immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond – also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April.

Etwa im Jahr 30 reiste Jesus nach Jerusalem, um dort das Passahfest zu feiern. Es wird zu Ehren Gottes gefeiert, der die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten befreit haben soll. Am Abend speiste er mit seinen Aposteln und teilte Brot und Wein mit ihnen. Diese Feier sollte als „Das letzte Abendmahl“ in die Geschichte eingehen. Angeblich habe Jesus zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst, dass ihn einer der zwölf Jünger an den Hohen Rat der Juden verraten würde. Dieser warf ihm vor, sich als König der Juden aufzuspielen und das Land beherrschen zu wollen.

 
dpa
 

Doch es war bereits geschehen. Judas ging schon zuvor mit den Soldaten einen Handel ein: Er würde ihnen einen abgelegenen Ort zeigen, an dem man den „Sohn Gottes“ unbeobachtet festnehmen könne und verlangte im Austausch eine Handvoll Münzen. Noch in der gleichen Nacht wurde Jesus von den Soldaten festgenommen. Diesen Tag bezeichnen wir heute als Gründonnerstag.

Am Tag darauf wurde Jesus ausgepeitscht und zum Tode verurteilt. Das schwere Kreuz musste er selbst auf den Berg ziehen, bevor er an dasselbige genagelt wurde und bald darauf qualvoll starb. Dies geschah laut Überlieferung etwa zur 15. Stunde des Tages, weshalb heute viele Gottesdienste um 15 Uhr abgehalten werden. Jesus wurde in einer Höhle bestattet, vor die man zum Schutz einen großen Stein rollte. Diesen Tag kennen wir heute als Karfreitag – es ist ein Feiertag zum Gedenken an Jesus' Qualen.

Am Folgetag herrschte tiefe Trauer. Jesus sollte nun seine ewige Ruhe finden. Wir kennen diesen Tag heute als Karsamstag. Doch dann geschah das Unglaubliche: Am zweiten Tage nach der Hinrichtung kamen einige Frauen zur Grabstätte, um dem Verstorbenen zu gedenken. Doch die Höhle war offen, der Stein war weg, das Grab war leer. Ein Engel erschien und verkündete, dass Jesus von den Toten auferstanden sei und wieder unter den Lebenden weilte. Diesen Tag kennen wir heute als Ostersonntag – der Tag, an dem die Trauer vorüber ist und die Zeit der Freude beginnt.

Nachdem zunächst niemand an eine Auferstehung glaubte, traf sich Jesus einen Tag später mit zwei seiner Jünger. Diese verbreiteten daraufhin die frohe Botschaft, dass Jesus wieder lebte. An diesem Tag feiern wir heutzutage Ostermontag.
 

Was hat Ostern mit einem Hasen und Eiern zu tun?

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Traditionell verstecken viele Eltern kleine Überraschungen für ihre Kinder und erzählen ihnen, der Osterhase hätte sie versteckt. Zurückzuführen ist das wiederum auf die Auferstehung Jesus', dem ein neues Leben gegeben worden war. Ostern wird immer im Frühling gefeiert – eine Jahreszeit, in der auch in der Natur viel neues Leben entsteht.

Wenn die Pflanzen beginnen zu grünen, kommt auch der Hase aus seinem Bau. Irgendwann im Laufe der Zeit wurde er das Wahrzeichen des Osterfests. Eine ähnliche Verbindung gibt es zu den Eiern: Das Schlüpfen eines Kükens im Frühling erinnert daran, dass Jesus die Mauern seiner Grabstätte auf dem Weg zu einem neuen Leben durchbrach.

Die Eier haben allerdings noch einen anderen Ursprung. Zu Ehren der heidnischen Frühlingsgöttin Ostara, die dem Osterfest seinen Namen gab, schenkten sich die Menschen seit dem 16. Jahrhundert Hühnereier. Diese galten nämlich als Symbol der Fruchtbarkeit.
 

Warum werden die Eier versteckt?

Die Kirche wollte das heidnische Ritual des Eierschenkens abschaffen und drohte der Bevölkerung mit Strafen, sollten sie die Tradition dennoch fortführen. Um diesen Strafen zu entgehen, versteckte man die Eier, bevor sie verschenkt wurden. Daraus entwickelte sich die Ostereiersuche. Mit dem Vergehen der Jahre und dem modernen kommerziellen Einfluss der Medien wurden aus den Hühnereiern schließlich Schokoladeneier, mitunter sogar kleine Geschenke oder Süßigkeiten.
 

Warum sind die Eier bunt?

 
dpa
 
 

Im 16. Jahrhundert besaßen die Menschen noch keinen Kühlschrank. Um die Eier also haltbar zu machen, kochte man sie. Und damit man die gekochten Eier von den rohen Eiern unterscheiden konnte, hat man die gekochten Eier einfach bunt angemalt. Diese Tradition besteht heute noch – nur sind es selten gekochte Eier, meistens werden die Eier vorher ausgepustet, bevor die bemalt werden.
 

Was heißt Kar?

Das Wort „Kar“ kommt aus dem Altdeutschen und bedeutet Trauer und Leid. Aus diesem Grund heißen die Feiertage vor Ostersonntag auch Karfreitag und Karsamstag: Jesus war gestorben und die Anhänger trauerten um ihren Herrn. Am Sonntag jedoch stand er wieder auf und die Zeit der Frühlingsfreude begann. Deshalb heißen diese Tage Ostersonntag und Ostermontag.
 

Welche Osterbräuche gibt es?

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere, die im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ durchgeführt wurde, plant etwa jeder dritte Deutsche einen Osterspaziergang, möchte österlich dekorieren und etwas Besonderes kochen. 82 Prozent der Befragten gaben an, das Fest mit der Familie zu feiern, 14 Prozent mit Freunden und zehn Prozent mit ihrer Kirchengemeinde. Doch nur 64 Prozent der Deutschen verbinden Ostern tatsächlich mit der Auferstehung Jesus Christus.

Weltweit gibt es viele verschiedene Bräuche zum christlichen Osterfest. Während die Kinder in deutschsprachigen Ländern und in den Niederlanden traditionell Eier und Süßigkeiten suchen, erzählen manche katholische Gemeinden den Kindern, dass die Kirchenglocken am Karfreitag nach Rom fliegen und am Ostersonntag mit Süßigkeiten zurückkehren. Das sei der Grund dafür, dass die Glocken zwei Tage lang nicht zu hören seien.

Doch auch andere Traditionen werden zum Osterfest zelebriert: In Finnland schlagen sich Freunde und Bekannte mit Birkenruten, um an die Palmzweige zu erinnern, mit denen Jesus in Jerusalem empfangen wurde. Am Ostersonntag ziehen dort die Kinder mit Trommeln und Tröten durch die Straßen, um die Beendigung der Trauerzeit anzukündigen.

Osterfeuer haben sich erst in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Brauchtum in Mecklenburg entwickelt Fotos: Manfred Schulz
Manfred Schulz
Osterfeuer haben sich erst in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Brauchtum in Mecklenburg entwickelt
 

In Mexiko wird etwa zwei Wochen lang ein Volksfest mit Musik und Tanz gefeiert und in den USA gibt es die traditionelle „Easter Parade“ in New York City. Auf den Philippinen warten die Eltern auf das Ertönen der Osterglocken und packen dann ihre kleinen Kinder am Kopf und heben sie hoch – sie glauben, dass die Kinder so größer werden. In Polen besprengt man sich am Ostermontag gegenseitig mit Wasser und diverse Balkan-Staaten färben hartgekochte Eier rot ein, um damit das neue Leben zu symbolisieren. In Griechenland werden Feuerwerke gezündet und in England lässt man Ostereier um die Wette rollen.

Alle diese Bräuche haben das gleiche Ziel: Die Gedanken an Jesus, der am Kreuze starb und wieder auferstand.

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