Flensburger Bahnhof : Video: Messerstecher im Zug war Flüchtling aus Eritrea

In einem IC in Flensburg sticht ein Mann auf einen anderen Fahrgast ein. Eine Polizistin erschießt den Täter.

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31. Mai 2018, 10:58 Uhr

Flensburg | Der durch tödliche Schüsse einer Polizistin im Bahnhof Flensburg beendete Messerangriff in einem Intercity-Zug gibt auch am Tag danach noch Rätsel auf. Am Mittwochabend hatte ein 24-Jähriger einen 35-jährigen Fahrgast aus Köln und eine Polizistin aus Bremen mit Messerstichen schwer verletzt, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Beide sind nicht in Lebensgefahr. Der Täter wurde von der Beamtin erschossen, die in dem Zug mitreiste. Die Hintergründe des Vorfalls waren Stunden später noch immer unklar.

Bei dem Mann handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um einen Asylbewerber aus Afrika, der in Nordrhein-Westfalen wohnen und eine befristete Aufenthaltserlaubnis für Deutschland haben soll. Die genaue Identität kann erst im Laufe der am Donnerstag stattfindenden Obduktion geklärt werden. Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel Online“ und der Deutschen Presse Agentur, wonach es sich bei dem Täter um einen Mann aus Eritrea handeln soll, wollte die Pressesprecherin der Polizei Flensburg, Sandra Otte, gegenüber shz.de nicht bestätigen.

 

Laut Bericht kam der 24-Jährige 2015 über Österreich nach Deutschland und hatte einen Aufenthaltstitel aus politischen, humanitären oder völkerrechtlichen Gründen. Hinweise auf einen terroristischen oder politischen Hintergrund gibt es nach ersten Ermittlungen nicht. Die Hintergründe zum genauen Geschehensablauf sind nach wie vor unklar.

Die 22-jährige Polizistin hatte am Mittwochabend in dem Zug nach bisherigen Erkenntnissen ihre Dienstwaffe eingesetzt, teilte die Polizei mit. Ein Polizeisprecher sagte, dass die Polizistin nicht im Dienst war, aber in Uniform in dem Zug reiste. „Das ist nichts Außergewöhnliches, Polizisten dürfen in Uniform Zug fahren und sind dabei auch bewaffnet.“

Der schwerverletzte Fahrgast wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.
Sebastian Iwersen/nordpresse mediendienst/dpa

Der schwerverletzte Fahrgast wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Der IC 2406 befand sich auf dem Weg von Köln nach Flensburg. Laut Bundespolizei ereignete sich der Vorfall gegen 19 Uhr im Bahnhof Flensburg. Die „Bild“-Zeitung berichtete, ein Zugbegleiter habe wegen eines Streits zwischen zwei Männern über Lautsprecher nach Polizisten an Bord gefragt. Die mitreisende Polizistin soll dann versucht haben, den Streit zu schlichten. Der 24-Jährige soll mit einem Messer auf den 35-Jährigen eingestochen haben, bevor er auch die Polizistin attackiert habe. Der Hintergrund der Auseinandersetzung, die Herkunft des Verletzten und die Frage, ob sich beide Männer kannten, ist noch ungeklärt.

Der Flensburger Bahnhof wurde vorübergehend geräumt, war am Abend dann aber wieder zugänglich. Auch die Zufahrtsstraßen waren zwischenzeitlich gesperrt, der Zugverkehr nach Flensburg wurde unterbrochen.

Bundespolizei, Landespolizei und Kriminalpolizei waren vor Ort im Einsatz. Staatsanwaltschaft und Kripo haben die Ermittlungen übernommen.

Die Polizei bittet Mitreisende des Zuges, die noch nicht registriert wurden und Angaben zum Hergang des Geschehens oder zum Verhalten des mutmaßlichen Angreifers während der Zugfahrt machen können, sich mit dem Kommissariat 1 der Bezirkskriminalinspektion Flensburg unter der Telefonnummer: 0461/4840 in Verbindung zu setzen.

(mit Material der dpa)

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