2. Teil von “Fack Ju Göhte“ : Verrückte Klassenfahrt

Gesamtschullehrer Zeki Müller (Elyas M'Barek) geht mit seinen Schülern auf Klassenfahrt – keine leichte Aufgabe.
Gesamtschullehrer Zeki Müller (Elyas M'Barek) geht mit seinen Schülern auf Klassenfahrt – keine leichte Aufgabe.

Wer die Schulkomödie „Fack Ju Göhte“ liebte, wird auch die Fortsetzung mögen, obwohl sie etwas hinter Teil 1 zurückbleibt

svz.de von
09. September 2015, 21:00 Uhr

Plötzlich und unerwartet setzte die sympathische, kleine Schulkomödie „Fack Ju Göhte“ zu einem Höhenflug an und mischte die Kinosaison 2013/2014 gründlich auf. Mehr als 7 Millionen amtierende oder ehemalige Schüler rafften sich auf, um mitzuerleben, wie Zeki Müller (Elyas M’Barek) wie die Jungfrau zu einer illustren Kinderschar kam. Um an seine versteckte Beute zu gelangen, verdingte sich der Ex-Knacki als Lehrer in der Goethe-Gesamtschule, wo er die renitenten Kids von der 10b bändigte und sich in „Kollegin“ Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) verliebte. Den Regeln des kommerziellen Kinos gehorchend, machte sich Autor und Regisseur Bora Dagtekin („Türkisch für Anfänger“) alsbald an die Arbeit für eine Fortsetzung der Geschichte. Wirklich nachsitzen muss der Zuschauer in „Fack Ju Göhte 2“ aber nicht. Der Film tauscht die miefige Klassenzimmerluft gegen Sonne, Strand und mehr.

Für das geordnete Berufsleben eines Lehrers ist Zeki Müller nicht wirklich geeignet. Schon das frühe Aufstehen erweist sich als grenzwertig. Lisi aber besteht darauf, dass sich ihr Freund ein finanzielles Polster zulegt, bevor er sich seinem Lebenstraum widmet. In der Goethe-Gesamtschule träumt Direktorin Gerster (Katja Riemann) derweil davon, dem verhassten Schiller-Gymnasium den Rang abzulaufen und eine lukrative Werbekampagne an Land zu ziehen. Dazu gilt es allerdings, eine Klassenfahrt in ein möglichst fernes und hilfsbedürftiges Land zu organisieren, etwa Thailand. Das Letzte, was Zeki will, ist eine Reise mit seinen intelligenzresistenten Schäfchen ins ferne Asien. Leider hat Lisi ein kürzlich zum Beuteversteck umfunktioniertes Kuscheltier thailändischen Kindern gespendet. Plötzlich legt sich Zeki für den Schultrip nach Fernost schwer ins Zeug. Und seine Spezis Chantal (Jella Haase) und Co. setzen ihm das Messer auf die Brust, um ihn begleiten zu dürfen.

Diese verflixte Erwartungshaltung! Wer „Fack Ju Göhte“ liebte, wird auch die Fortsetzung mögen. Aber wie bei einem Klassentreffen mit den alten Freunden wird der Funke nicht immer überspringen. Dabei hat Bora Dagtekin eigentlich alles richtig gemacht. Er bietet seinen originellen Figuren, allen voran Publikumsliebling Chantal, einen ganz neuen Spielplatz, um schnoddrige Sprüche abzulassen und allerhand Unfug zu treiben. Doch bevor die Situation eskaliert, erteilt Zeki seiner Meute wieder eine wichtige Lektion fürs Leben. Regisseur Dagtekin weiß, wie man Zuschauer emotional berührt, um sie sofort wieder in eine raue Realität zu schubsen. Teil zwei bietet mehr Action, außerdem hält er eine eigene Crime-Story bereit. Und wer den Film wegen Elyas M‘Barek schaut, wird ihn am Anfang mit freiem Oberkörper erleben und am lustige Ende eine Zugabe bekommen. Die Zutaten stimmen, der Koch hat sie frisch zubereitet und auch das Ambiente passt. Es ist wohl der Reiz des Neuen, den der Nachschlag nicht mehr bieten kann.

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