Historischer Fund : Urlauberin findet älteste Flaschenpost der Welt

Das Finder-Ehepaar Marianne und Horst Winkler mit dem Schilling, der zur Belohnung ausgelobt wurde.
1 von 2
Das Finder-Ehepaar Marianne und Horst Winkler mit dem Schilling, der zur Belohnung ausgelobt wurde.

Im Dienste der Wissenschaft war eine Flasche mindestens 109 Jahre lang zwischen Südengland und Nordfriesland unterwegs. Nun ist sie einer Urlauberin in die Hände gefallen.

von
20. August 2015, 08:00 Uhr

Als Marianne Winkler im April eine Flaschenpost vor der Nordspitze Amrums fand, dachte sie sich zunächst nichts dabei. Inzwischen weiß sie: Die Flasche ist mindestens 109 Jahre alt und damit die älteste Flaschenpost, die je gefunden wurde. Sie war zwischen 1904 und 1906 von britischen Wissenschaftlern der Marine Biological Association (MBA) in Plymouth an der Südküste Englands ausgesetzt worden.

Marianne Winkler war mit ihrem Mann auf Amrum im Urlaub, als sie die Flaschenpost entdeckte. Zunächst nahm das Ehepaar den Fund mit nach Hause. Der Anweisung „Break the bottle“, die auf der Flasche zu lesen war, wollten sie nicht gleich Folge leisten. Vorsichtig versuchten sie, die Nachricht herauszuziehen, ohne die Flasche zu zerbrechen. Aber: „Keine Chance, sie musste dran glauben.“ Zum Vorschein kam eine Postkarte, auf der das MBA darum bat, Fragen über Fundort und -datum zu beantworten und die Karte ausgefüllt nach Plymouth zurückzusenden. Als Belohnung wurde ein Schilling versprochen. „Dem Wunsch kamen wir gerne nach“, erzählt Marianne Winkler. Den ausgelobten Schilling hat sie inzwischen von der Forschungsgesellschaft erhalten.

Die MBA hatte damals mehr als 1000 Flaschen auf den Weg gebracht, um die Meeresströmung zu erforschen. Einige seien nie aufgetaucht. Man habe angenommen, sie seien im offenen Meer verloren gegangen. Bislang galt eine 2014 in der Kieler Förde gefundene Flaschenpost als älteste der Welt. Sie stammt von 1913.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen