Neujahrsvorsätze : ... und so laufen Sie ihm davon

Wer in der Gruppe Sport treibt, überwindet eher seinen inneren Schweinehund.

Wer in der Gruppe Sport treibt, überwindet eher seinen inneren Schweinehund.

Die Hose zwickt, die Bluse spannt, das Völlegefühl macht träge – spätestens jetzt reift der gute Vorsatz: 2016 wird endlich wieder Sport getrieben!

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02. Januar 2016, 07:15 Uhr

Bevor es losgeht, sollten sie sich fragen: Warum will ich aktiv werden?

Abnehmen oder fit werden
Wer sich nur wegen der Figur quälen will, muss sich zunächst folgendes klarmachen: Auch wenn jeder sicherlich über die Feiertage zu viel gegessen hat, so ist das Übergewicht nicht in den paar Tagen entstanden. So wird es also auch nicht nach ein paar wenigen Sportstunden verschwunden sein. Wer rasch Gewicht verlieren will, landet für gewöhnlich beim JoJo-Effekt und nimmt wieder zu. Schnelles Abnehmen ist also nicht geeignet, das Problem mit dem Rettungsring zu lösen. Bewegung hilft hier, ohne Ernährungsumstellung allerdings werden sich die Erfolge nicht einstellen.

Ähnlich verhält es sich mit der sportlichen Fitness. Wenn man lange Zeit keinen Sport gemacht hat, dann wird man nicht ab sofort in der Lage sein, täglich, vielleicht sogar noch stundenlang zu trainieren. Wenn auch Sport ein wichtiges und sehr wirksames Mittel zum Abnehmen ist, so gilt doch in beiden Fällen, dass es nicht möglich ist, anhaltende Erfolge in kurzer Zeit zu erzwingen.

Wesentlich erfolgreicher ist, wer Sport als das neue Lebenselixier begreift. Bewegung und Sport halten jung und gesund, machen glücklich und schön, leistungsfähig und fit. Früher war es nicht nötig, in der Freizeit Sport zu treiben. Die Arbeit war für viele körperlich deutlich belastender und auch ansonsten bewegten sich unsere Großmütter und Großväter viel mehr. In unserer modernen (Büro-)Welt wird dagegen Sitzen großgeschrieben. Ein verhängnisvoller Trend. Denn: Je weniger man sich bewegt, desto schwächer wird das Immunsystem. Wissenschaftler haben belegt: Wir sollten mäßig, aber regelmäßig Sport treiben, am besten an der frischen Luft. Zwei- bis dreimal in der Woche eine halbe Stunde ist das Minimum. Faustregel: Man übt richtig, wenn man nicht zu stark ins Schwitzen kommt und der Puls im Normbereich von 180 Schlägen pro Minute minus Lebensalter bleibt.

Ideal sind Sportarten wie Joggen, Walken, Radfahren, Rudern, Wandern, Tanzen oder Schwimmen. Das Wichtigste aber beim Sport ist, dass die Bewegung Spaß macht. Verbissenheit, Leistungsdruck und exzessiv betriebener Sport entkräften das Immunsystem. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Leistungssportler eine deutlich reduzierte Abwehr haben. Zudem: Wer un- oder kaum trainiert über die eigenen Grenzen geht, macht nicht nur zu schnell schlapp, sondern kann sich wegen des vermeintlichen Fehlschlages auch schwerer für einen erneuten Anlauf motivieren.

Der innere Schweinehund
Das Wichtigste, was wir tun müssen, um unser Vorhaben, mehr Sport zu treiben, umzusetzen: Wir müssen unseren inneren Schweinehund überwinden! Das geht natürlich gemeinsam leichter. Entweder man trifft sich regelmäßig und hat dann einen Fixtermin, oder man vereinbart sich übers Internet. Beides geht natürlich auch. Gemeinsam macht aktive Bewegung einfach mehr Spaß als ohnehin schon – und mehr noch: Beim Sport werden sogar Glückshormone ausgeschüttet.

So baut der Körper beim Joggen die Stresshormone Adrenalin und Kortisol ab und schüttet die Glückshormone Dopamin und Noradrenalin aus. Schon ab 20 Minuten langsamen Laufens bilden sich die Endorphine – Botenstoffe im Gehirn, die gute Laune und Glücksgefühle erzeugen. Gerade beim Laufen kann eine richtige Sucht entstehen.

Besonders wichtig: Fangen Sie mit kleinen Zielen an. Bei zu großen Vorsätzen reibt sich der innere Schweinehund schon die Pfoten, weil er weiß: „Das Spiel habe ich gewonnen.“ Das Ziel ist nicht, mit dem inneren Schweinehund zu kämpfen, sondern gar nicht erst mit dem Burschen in Berührung zu kommen.

Nur, wenn Sie etwas über mehrere Wochen täglich tun, wird es Gewohnheit. Wenn etwas dann zur Gewohnheit geworden ist, brauchen Sie keine Motivation mehr, dieses Verhalten beizubehalten. Es läuft automatisch.

Besseres Körpergefühl
Bewegung wirkt als Lebenselixier. Egal ob ständige Rückenschmerzen als Folge einer Fehlhaltung, von Partnerschaftsproblemen oder einer Krankheit – Sport erweist sich besonders in belastenden Lebenssituationen als Krisenhelfer. Zwar kann niemand seinen Problemen wirklich davonlaufen, aber ein trainierter Geist besser damit umgehen. Beim Ausdauersport werden Stresshormone ab- und Glückshormone aufgebaut. Das steigert die Konzentration, weshalb Menschen nach einer Joggingrunde oder Radpartie plötzlich einen klaren Kopf und eine Problemlösung parat haben. Der Schlaf regulierende Effekt vertieft die Ruhephasen, die Ausdauerbelastung fördert Ausgeglichenheit und steigert das Selbstwertgefühl. Das Nervensystem wird beruhigt, seelische Krankheiten treten seltener auf. Das alles tritt bereits nach etwa drei einstündigen Trainingseinheiten pro Woche auf – und wird auch an den inaktiven Tagen aufrechterhalten. Die Glückshormone aktivieren, als angenehmer Nebeneffekt, zudem die Libido.

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