Marine : U-Bootfahrern fehlt es an Nachwuchs

Es gibt zu wenige Bewerber für den Dienst auf einem U-Boot.
Es gibt zu wenige Bewerber für den Dienst auf einem U-Boot.

Kommandeurswechsel / Deutsche Marine hat zurzeit fünf Unterseeboote

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31. März 2015, 12:00 Uhr

Der aus dem Amt scheidende Kommandeur des einzigen deutschen U-Bootgeschwaders, Fregattenkapitän Jens Grimm, sieht weiterhin Probleme bei der Nachwuchsgewinnung. „Die Personalsituation im Bereich U-Boote ist angespannt“, sagte Grimm . Dank verstärkten Werbens „haben wir das Tal der Tränen durchschritten“. Trotz größeren Zulaufs sei die Situation noch nicht befriedigend. „Ich bin aber sicher, dass es unter 80 Millionen Menschen in Deutschland 200 geeignete Männer und Frauen gibt, die sich für den Dienst auf unseren U-Booten begeistern lassen“, sagte Grimm.

Der 45-Jährige übergibt am 2. April das Amt als Kommandeur des ersten U-Bootgeschwaders an Fregattenkapitän Lars Johst. Grimm wechselt ins Verteidigungsministerium und übernimmt dort Aufgaben im Bereich der Personalplanung. Die deutsche Marine hat zurzeit fünf U-Boote, ein sechstes wird derzeit erprobt und dürfte bis zum Jahresende in Dienst gestellt werden. Mehr U-Boote sind nicht geplant.

Die Marine will insgesamt sieben 28-köpfige U-Boot-Crews und eine weitere Crew für Werftaufenthalte der sechs Boote aufstellen. Es fehlen aber bisher genügend Bewerber – insbesondere im IT- und Elektronikbereich. „Fällt bei einer so kleinen Crew ein Spezialist aus, kann das bedeuten, dass ein Boot dann nicht einsetzbar ist“, sagte Grimm.

Als Ursache für den Bewerbermangel nannte Grimm mehrere Gründe – äußere Umstände, Fachkräftemangel, wenig ausgeprägtes maritimes Verständnis jenseits der Küstenregionen. „Natürlich interessieren sich auch junge Leute in Süddeutschland für die Marine – aber das sind zu wenige.“ Der Beruf sei „nicht alltäglich“. Er biete die Möglichkeit, auch die persönlichen Grenzen und die Bedeutung von Teamarbeit zu erfahren, „sich auf andere Menschen einzulassen und ihnen möglicherweise sogar das eigene Leben anzuvertrauen“.

Die Initiative von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), den Soldatenberuf familienfreundlicher zu machen, geht nach Ansicht von Grimm „genau in die richtige Richtung“. Es gehe nicht ausschließlich um die Bezahlung. Die meisten Soldaten empfänden den Dienst an Bord und Seefahrten – auch wenn sie sehr lange dauern – attraktiv, spannend und als Herausforderung. Nachholbedarf sieht Grimm bei den Rahmenbedingungen, wenn die Besatzungen im Heimathafen sind: „Hier müssen die Soldaten von Administration entlastet werden und die Möglichkeit erhalten, ihre Freizeit planerisch besser gestalten zu können.“

Kritik wegen angeblich mangelhafter Einsatzfähigkeit der U-Boote wies Grimm zurück. Es sei völlig normal, dass auch U-Boote in Zyklen – nach einer gewissen Einsatzdauer – in die Werft zur Instandsetzung müssten. Daher schwanke die Zahl der einsatzfähigen Boote zwischen drei und vier.

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