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Hamburg : Tödliche Messerattacke: Polizei durchsucht Flüchtlingsunterkunft

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Ein Mann wurde getötet, sechs Menschen verletzt. Viele Fragen sind noch offen. Polizei gibt am Mittag Pressekonferenz.

svz.de von
erstellt am 29.Jul.2017 | 11:07 Uhr

Hamburg | Nach der Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt hat die Polizei eine Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Langenhorn durchsucht. Dort soll der 26-jährige Angreifer gelebt haben. Zum Ergebnis der Durchsuchung sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen zunächst nichts. Neue Erkenntnisse werden von einer Pressekonferenz von Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) und der Polizei am Mittag (12 Uhr) erwartet. Unklar ist weiter sein Motiv. Man ermittele in alle Richtung, sagte ein Polizeisprecher.

Der Mann hatte am Freitagnachmittag einen 50-Jährigen getötet. Fünf Menschen wurden nach Angaben der Polizei durch Messerstiche schwer verletzt, ein weiterer wurde verletzt, als er half, den Tatverdächtigen zu überwältigen. In der Fuhlsbüttler Straße - einer belebten Einkaufsmeile - im Stadtteil Barmbek war er in das Geschäft gekommen und hatte laut Polizei mit einem Küchenmesser wahllos auf Kunden eingestochen. Anschließend flüchtete er, wurde aber von Passanten verfolgt und schließlich festgenommen.

<p>In dieser Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Langenhorn soll der Täter gelebt haben.</p>

In dieser Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Langenhorn soll der Täter gelebt haben.

Foto: dpa

Einsatzkräfte der Polizei stehen bei einer Durchsuchungsaktion auf einem Gang.
Einsatzkräfte der Polizei stehen bei einer Durchsuchungsaktion auf einem Gang. Foto: Bodo Marks

Was ist über den Täter bekannt?

Der Angreifer wurde nach Behördenangaben in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren, hatte Schutz in Deutschland gesucht und war eigentlich ausreisepflichtig.

Unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete der „Tagesspiegel“, der Verdächtige sei den deutschen Behörden als Islamist bekannt.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gehen die Sicherheitsbehörden Hinweisen auf salafistische Bezüge nach. Offen ist demnach aber, ob er ein ideologisches Motiv hatte. Es gebe auch Anhaltspunkte für persönliche Probleme wie Drogenkonsum. Darüber berichtete auch „Spiegel Online“.

Ein Mann hat in einem Supermarkt im Hamburger Stadtteil Barmbek einen Menschen getötet und mehrere Passanten verletzt.
Ein Mann hat in einem Supermarkt im Hamburger Stadtteil Barmbek einen Menschen getötet und mehrere Passanten verletzt. Foto: Markus Scholz
 

Augenzeugen berichteten, der Täter habe auf seiner Flucht mehrfach "Allahu Akbar". Das bedeutet übersetzt "Gott ist groß". Es gab in der Vergangenheit mehrfach Terroranschläge islamistischer Extremisten, bei denen die Täter diesen Ausruf verwendeten.

Nach Angaben von Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz konnte der Tatverdächtige nicht abgeschoben werden, weil er keine Papiere hatte. Der SPD-Politiker erklärte, es mache ihn wütend, „dass es sich bei dem Täter offenbar um jemanden handelt, der Schutz bei uns in Deutschland beansprucht und dann seinen Hass gegen uns gerichtet hat“. Innensenator Grote nannte die Bluttat einen „erbärmlichen Anschlag“. „Ich hoffe inständig, dass die zum Teil schwer verletzten weiteren Opfer überleben und wieder vollständig gesund werden“, erklärte er.

Was weiß man über die Verletzten?

Bei den Verletzten handelt es sich um eine 50-jährige Frau und vier Männer im Alter von 19, 56, 57 und 64 Jahren. Ein 35 Jahre alter Mann wurde zudem bei der Überwältigung des Messerstechers verletzt.

Die Polizei hat ein Hinweisportal für Uploads von Fotos und Videos des Tatgeschehens eingerichtet. Es ist unter der Internetadresse https://hh.hinweisportal.de erreichbar.
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