Unfallgefahr : Todesfalle Bahnübergang

Bei einem Zusammenstoß eines Zuges mit einem Kleintransporter in Nordwestmecklenburg 2011 kam ein Mann ums Leben.
Bei einem Zusammenstoß eines Zuges mit einem Kleintransporter in Nordwestmecklenburg 2011 kam ein Mann ums Leben.

Traurige Bilanz: 2015 kam es deutschlandweit zu 160 Unfällen an Übergängen

svz.de von
05. März 2016, 16:00 Uhr

Wie gefährlich sind Bahnübergänge? Erst gestern kam es zu einem Zusammenstoß eines Regionalzuges mit einem Auto auf einem Bahnübergang in Templin (Uckermark). Der 80-jährige Fahrer und seine gleichaltrige Beifahrerin wurden schwer verletzt.

Kein Einzelfall. Im Januar wurde eine Frau an einem Bahnübergang in Stralsund von einem Zug erfasst und getötet. Im Mai letzten Jahres zog sich ein Siebenjähriger in Friedrichsruhe (Landkreis Ludwigslust-Parchim) bei einer Kollision lebensgefährliche Verletztungen zu. Die Liste ist noch länger.

Dennoch ist die Zahl der Unfälle an Deutschlands Bahnübergängen seit Mitte der 90er- Jahre um knapp 30 Prozent zurückgegangen. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.

2015 kam es demnach zu 160 Unfällen an Bahnübergängen, 1996 waren es noch 225 gewesen. Bei den meisten untersuchten Unfällen lag die Schuld laut Bundesregierung bei Straßenverkehrsteilnehmern. Einige gehen allerdings auch auf das Verhalten von Lokführern oder Mitarbeitern der Leit- und Sicherheitstechnik zurück.

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums gab es 2014 in Deutschland 17 059 Bahnübergänge, rund 9500 davon mit Schranken. 2015 war die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen leicht angestiegen – von 155 im Jahr 2014 auf 160. 2013 waren es 150 gewesen, sowie 193 im Jahr zuvor.

Die Grünen werfen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Versäumnisse vor. „Noch immer ist fast die Hälfte aller Bahnübergänge nicht ausreichend, zum Beispiel durch Schranken, gesichert“, so Grünen-Bahnexperte Matthias Gastel gestern. Gastel forderte, mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan Übergänge an Fernverkehrsstrecken zu beseitigen. Auch die technische Sicherung der Bahnübergänge lasse zu wünschen übrig, „Warum setzt der selbsternannte Digitalminister Dobrindt nicht auf digitale Technologien, um diese Gefahrenpunkte sicher auszugestalten?“, so Gastel. „Offenbar ist die Verkehrssicherheit das ungeliebte Stiefkind des Ministers.“

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