Elf Menschen sterben bei Zugunglück : Testfahrt in den Tod

Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen.
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Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen.

TGV stürzt bei Testfahrt mit mehr als 350 Stundenkilometern in einen Fluss – auch Kinder an Bord

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15. November 2015, 18:00 Uhr

Beim bisher schwersten Unglück des Hochgeschwindigkeitszugs TGV in Frankreich sind elf Menschen getötet worden. Die Ursache des Unfalls sei weiter unklar, sagte der Chef der französischen Staatsbahnen SNCF, Guillaume Pepy,. Bei der Testfahrt waren möglicherweise Kinder von Bahnmitarbeitern an Bord. Das Unglück könnte die geplante Eröffnung der neuen TGV-Schnellverbindung gefährden.

Ein verletzter Passagier sei im Krankenhaus gestorben, sagte Alexandre Chevrier von der Staatsanwaltschaft Straßburg. Es gebe zudem eine große Zahl von Verletzten, fügte er hinzu, wie die Zeitung „Derniéres Nouvelles d'Alsace“ berichtete. Der Zustand von vier Menschen sei kritisch.

Der Zug war am Samstag bei einer Testfahrt auf einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke im Elsass entgleist, zwei Triebwagen und sechs Waggons stürzten von einer Brücke in den Rhein-Marne-Kanal. Die regionale Nachrichten-Website France Bleu Alsace hatte gemeldet, mindestens ein Kind sei getötet worden. Dies wurde zunächst nicht offiziell bestätigt. Die Behörden gingen von überhöhter Geschwindigkeit als Ursache aus. Der Zug soll an der Kanalbrücke nördlich von Straßburg nahe Eckwersheim mit mehr als 350 Kilometer in der Stunde unterwegs gewesen sein, wie Lokalmedien berichteten. Ein Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris vom Freitag wurde vorerst ausgeschlossen. Pepy wollte die Vermutungen zunächst nicht bestätigen: „Derzeit ist der Unfall unerklärbar.“ Auch die genaue Zahl der Menschen im Zug wurde erst nicht bekannt gegeben. Nach ersten Angaben sollen es etwa 50 gewesen sein.

Es sei das erste tödliche Unglück mit einem TGV, seit die Schnellzüge 1981 ihren Dienst aufnahmen.

Der Bahnchef betonte, dass sich ein solcher Unfall im Normalbetrieb nicht ereignen könne – es gebe automatische Sicherheitssysteme, die bei Testfahrten nicht aktiv seien. Die Fahrtenschreiber des TGV würden noch untersucht, sagte er. Das Unglück ereignete sich auf einer neuen Strecke, die im April 2016 in Betrieb gehen sollte. Als Folge des Unglücks könne eine Verschiebung dieses Termins nicht ausgeschlossen werden, berichtete AFP unter Berufung auf die Bahngesellschaft SNCF. Die TGV-Schnellverbindung zwischen Straßburg und Paris soll dann nur noch eine Stunde und etwa 50 Minuten dauern. Zurzeit sind es etwa 2 Stunden und 20 Minuten. Auch die Fahrzeiten zwischen Paris und den deutschen Zielen München, Stuttgart oder Frankfurt/Main sollen kürzer werden.

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