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Ginverkostung : Tanqueray Ten oder doch lieber Gin Sul?

vom

Gin ist hip, Gin ist regional, Gin ist der neue Wein. svz.de wagt die Blindverkostung: Wie der Schnaps wirklich schmeckt.

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 11:45 Uhr

Gin ist unfassbar populär - vor allem unter Hipstern und anderen Genusstrinkern. Und es gibt immer mehr regionale Gin-Sorten aus kleineren Destillerien, die auch als Geschenk viel hermachen. Aber was macht einen guten Gin aus? Und über welchen freut sich der Schwager? Acht Redakteure, zwölf Sorten Gin und fünf Tonics: svz.de macht den Gin-Test - selbstverständlich blind.

Wir haben den Gin jeweils mit und ohne Tonic getestet. Höchste mögliche Punktzahl: 5. Die Tonics haben wir vorab einzeln getestet:

Schweppes

Das Indian Tonic Water von Schweppes gibt es seit 1870 - entsprechend gilt er vielen als Klassiker unter den Tonics. Sein Geschmack ist angenehm zwischen süß und bitter. Das macht ihn auch relativ neutral - und zu einem guten Mischpartner für Gin. Die Kohlensäure ist grobperlig und erinnert vom Prickeln her an Ahoibrause. Mit 0,59 Euro für eine kleine Flasche ist das Schweppes Indian Tonic Water vergleichsweise günstig. Außerdem ist es in nahezu jedem Supermarkt in verschiedenen Sorten zu bekommen.

Produktname: Schweppes Indian Tonic Water
Herkunft: Deutschland
Erhältlich bei: Supermarkt
Preis ca./200ml: 0,59 Cent

Fentimans

Das Fentimans Traditional Tonic Water schmeckt sehr bitter - und hat einen stärker ausgeprägten Charakter als beispielsweise das Tonic von Schweppes. Die dominierende Herbe wird durch eine ebenfalls stark herauszuschmeckende Zitrusnote etwas relativiert. Trotzdem: Zum Purtrinken ist dieses Tonic nicht jedermanns Sache. Wer es mit Gin mischen möchte, sollte darauf achten, dass der nicht von dem starken Eigengeschmack des Tonic überlagert wird. Übrigens ist auch Fentimans schon eine ältere Marke: Die Firma gibt es seit 1905.

Produktname: Fentimans Traditional Tonic Water
Herkunft: Großbritannien
Erhältlich bei: Supermarkt
Preis ca./200ml: 1,59 Euro

Thomas Henry

Wer es nicht ganz so bitter mag, ist mit einem Tonic Water von Thomas Henry – gegründet 2010 in Berlin – gut beraten. Es schmeckt süß und mild - und vergleichsweise langweilig. Manch einen erinnert der Geschmack gar an den eines Kaubonbons. Das Tonic hat nur wenig Kohlensäure, die sich rasch verflüchtigt. Seine Milde macht das Tonic zu einem guten Mischpartner von verschiedenen Gins. Der Preis liegt wie beim Schweppes Indian Tonic Water eher im unteren Bereich.

Produktname: Thomas Henry Tonic Water
Herkunft: Deutschland
Erhältlich bei: Supermarkt
Preis ca./200ml: 0,89 Euro

Fever-Tree

Ebenfalls in Richtung „Limonade“ geht der Geschmack des aus Großbritannien stammenden Tonics von Fever-Tree. Das Tonic schmeckt süß, gleichzeitig ist jedoch eine sehr starke bittere Note auszumachen. Manch einem ist diese zu stark, außerdem hinterlässt das Tonic einen trockenen Mund. Vom Band gelaufen ist das Tonic erstmals im Jahr 2005.

Produktname: Fever-Tree Indian Tonic Water
Herkunft: Großbritannien
Erhältlich bei: Supermarkt
Preis ca./200ml: 1,17 Euro (Internet: 1,49 Euro)

1724

„Klingt wie ein Deo, schmeckt wie ein Deo“ - das teuerste Tonic im Test hinterlässt leider keinen besonders guten Eindruck. Sein Geschmack erinnert an verdünnte Sprite und verdünnten Thomas-Henry-Tonic und hinterlässt zudem eine starke Bitterkeit im Mund. Anekdote am Rande: Seinen Namen verdankt das Tonic den Chinarindenbäumen, die in 1724 Metern Höhe wachsen. Aus deren Rinde wird Chinin gewonnen, einem wesentlichen Bestandteil der Tonics, die dem Getränk seine Bitterkeit verleihen.

Produktname: 1724
Herkunft: Argentinien
Erhältlich bei: Supermarkt
Preis ca./200ml: 2,10 Euro (2,49 Euro Internet)

Wir beginnen mit den Verlierern und arbeiten uns dann in die Top-Gins der Redaktion vor.

 

So schmeckt Mandaley Blue (findet Götz Bonsen)

Mandaley Blue

Mandaley Blue

Foto: Redaktion
 

Nosing: Wenig Gin, wenig Alkohol, eher Kuhkoppel.

Geschmack: Ein eher nichtssagender Körper ohne jenes Aroma einer Streuobstwiese, das man hinter einer Kuhkoppel erwarten könnte. Trotzdem fühlt man sich an billigen, auf Schneebälle geträufelten Grappa erinnert. Die leichte Tendenz zum Brechreiz hält sich beständig in jedem Schluck, den Zutaten fehlt die Frische. Die Aromen wirken einsam, willkürlich und undefinierbar. Ein rätselhafter Tropfen, der nicht im Mund bleiben will. Vielleicht wissen die Wiederkäuer mehr.

Abgang: Man will ihn schnell loswerden und er plumpst dann auch reibungslos in den Pansen. Und der Eindruck bleibt: Irgendwas stimmt hier nicht, ohne dass alles falsch wäre.

Gesamteindruck pur: 1 Punkt

Mit Tonic (Schweppes): Hier bekommt die herbe Süße, die es vorher nicht gab. Es wird insgesamt runder und streift die Verwesung und die Bedeutungslosigkeit ab. So wird es trinkbar.

Gesamteindruck mit Tonic: 3 Punkte

Produktinformationen

Name: Mandaley Blue
Style: London Dry
Erhältlich bei: Aldi-Eigenmarke
Preis ca./500ml: 8 Euro

 

So schmeckt Nordés Atlantic Galician Gin (findet Miriam Richter)

Nordés Atlantic Galician Gin aus Spanien.
Nordés Atlantic Galician Gin aus Spanien. Foto: Gerrit Hencke

Nosing: Hustensaft, Wacholder-Note, kein Alkohol

Geschmack: Dieser Gin schmeckt, wie mein Weichspüler riecht. Er hat nichts mit einem traditionellen Gin wie Bombay gemein. Und er schmeckt gar nicht, wonach er gerochen hat. Was nicht so schlimm wäre, weil der Hustensaft meiner Kindheit auch echt nicht lecker war. Aber Weichspüler ist halt auch nicht viel besser. Pur nicht zu empfehlen. Der seifige Geschmack ist extrem.

Abgang: Auch wenn er nicht nach Alkohol schmeckt, hinterlässt er dieses unangenehme Brennen im Mund und Rachen. Nordés hat einen sehr langen Nachgeschmack - nach Weichspüler und Seifenlauge. Nett formuliert würde ich sagen: nicht so lecker. Realistischer wäre allerdings: echt ecklig.

Gesamteindruck pur: 2 Punkte

Auch mit einem Tonic gemischt wird das Getränk nicht erträglicher. Mit dem Tonic von Schweppes schmeckt der Gin genauso wie ohne. Also nach Weichspüler.

Gesamteindruck mit Tonic: 2 Punkte

Produktinformationen

Name: Nordés Atlantic Galician Gin
Style: Regional
Erhältlich bei: ausgewählte Supermärkte, Amazon
Preis ca./500ml: 25 Euro

 

So schmeckt Nordisch Gin (findet Gerrit Hencke)

Nordisch Gin

Nordisch Gin

Foto: Redaktion

Nosing: Wacholder, Zitrus.

Geschmack: Ein dominanter Alkoholgeschmack, überlagert das ohnehin wenig vorhandene Eigenaroma. Die Zutaten versprühen wenig Frische. Von den Botanicals wie Koriander, Ingwer, Zitrone und Orange ist kaum etwas zu schmecken. Es ist kein Gin den man pur trinken möchte, da der Geschmack nach billigem Alkohol überwiegt.

Abgang: Nordisch Gin quält sich brennend die Speiseröhre hinunter. Mit Tonic wird es besser. Was bleibt ist ein bitterer Beigeschmack. Ein Kultprodukt aus Norderstedt kommt im Flensburger hohen Norden nicht gut an.

Gesamteindruck pur: 2 Punkte

Mit Tonic der Marke Fever-Tree oder Thomas Henry wird auch der Nordisch Gin weicher. Ein leichter Zitrusgeschmack mischt sich zum weiter schwindenden Wachholder. Der herbe Geschmack kommt besser durch, da der brennende Alkohol gemildert wird und das Tonic seinen Dienst als Mixer verrichtet. Trotzdem fehlt die Durchschlagskraft der Aromen.

Gesamteindruck mit Tonic: 2 Punkte

Produktinformationen

Name: Nordisch Gin
Style: Regional (Norderstedt)
Erhältlich bei: ausgewählte Supermärkte, Amazon
Preis ca./500ml: 20 Euro

 

So schmeckt Gin Sul (findet Mira Nagar)

Gin Sul: Hübsch und scharf.

Gin Sul: Hübsch und scharf.

Foto: Gerrit Hencke

Nosing: Das soll wahrscheinlich Wacholdergeruch sein. Ein zweigiges Holzaroma, man riecht aber stark den Alkohol durch, irgendwie scharf.

Geschmack: Schmeckt auch brenzlig scharf. In erster Linie sprittig; darunter liegt eine Lakritznote oder Anisnote versteckt. Am Ende kommt dieses Trockene durch, das so gerne den Mundraum bepelzt.

Abgang: And it burns, burns, burns.

Gesamteindruck pur: 2 Punkte

Mit Tonic (Schweppes) riecht das Getränk wesentlich angenehmer; die scharfe Lakritznote ist zum Glück noch drin. Jetzt schmeckt es frischer und weniger brenzlig. Dass das ein Trend-Gin sein soll, ist trotzdem unverständlich. Vielleicht liegt das an der hübschen Keramikflasche.

Gesamteindruck mit Tonic: 3 Punkte

Produktinformationen

Name: Gin Sul
Style: Regional (Hamburg)
Erhältlich bei: Großmarkt, Spirituosenladen
Preis ca./500ml: 32 Euro

 

So schmeckt Gordon's (findet Maximilian Matthies)

Gordon's London Dry Gin

Gordon's London Dry Gin

Foto: Redaktion

Nosing: Medizinischer Geruch. Eigentlich sticht nur der Alkohol heraus und nichts anderes.

Geschmack: Dominant ist zunächst der Alkohol, doch das löst sich in Wohlgefallen auf. Nämlich ab dem Augenblick, als der Gin auf der Zunge kribbelt und sich quasi wie eine Decke darüber legt. Zu vergleichen ist dies damit, als würde man an einem Klumpen Eis lecken. Das ist erfrischend und recht angenehm.

Abgang: Brennt nicht - man kann ihn auch pur trinken.

Gesamtnote: 3 Punkte

Mit Tonic (Fentimans): Der Alkohol kommt nicht mehr so stark hervor, Gin und Tonic vermischen sich recht gut. Allerdings führt ein Schluck zu einer trockenen Mundhöhle. Das kann an dem Zitronen-Aroma liegen, das insgesamt etwas zu streng ist und dem Getränk eine bittere Note verleiht, die nicht unbedingt sein müsste.

Gesamtnote: 3 Punkte

Produktinformationen

Produktname: Gordon`s
Style: London Dry
Erhältlich bei: Supermarkt
Preis ca./500ml: 9,30 Euro

 

So schmeckt Sylter Hopfen (findet Joachim Dreykluft)

Sylter Hopfen, ein regionaler Gin aus Flensburg.

Sylter Hopfen, ein regionaler Gin aus Flensburg.

Foto: Gerrit Hencke
 

Nosing: Wenig Wacholder, sondern andere Aromen stechen hervor, wie Süßholz oder ein sanftes Anis.

Geschmack: Der Alkohol ist weich und überhaupt nicht scharf. Auch hier ist der Wacholder zurückgedrängt zugunsten holziger Aromen, die auch Richtung Lakritz gehen. Das ist Geschmackssache, man mag es oder nicht. Mein Fall ist es nicht. Biergeschmack, wegen des Hopfens, wurde bei der Blindverkostung nicht festgestellt.

Abgang: Auch im Abgang dieselben Aromen, die polarisieren. Der Alkohol ist dabei in keinster Weise scharf oder unangenehm. Aus meiner Sicht kein Gin, den ich pur trinken würde. Der Geschmack ist weit weg vom traditionellen London Dry, hat aber bestimmt eine Zielgruppe.

Gesamteindruck pur: 3 Punkte

Mit Tonic (Schweppes): Mit Tonic nach meinem Geschmack etwas besser, weil Aromenanteile überlagert werden, die mir nicht zusagen. Kein Gin Tonic, für den ich mich begeistern kann. Aber vielleicht hat dieses Getränk auch einfach nur den falschen Tester erwischt?

Gesamteindruck mit Tonic: 3 Punkte

Produktinformationen

Produktname: Sylter Hopfen

Style: Regional (Flensburger mit Sylter Hopfen)

Erhältlich bei: Fachandel, sehr gut sortierte Supoermärkte

Preis ca./500ml: 25 Euro

 

So schmeckt Tanqueray (findet Christina Norden)

Tanqueray

Tanqueray

Foto: Redaktion

Nosing: Erinnert an fruchtiges Parfum.

Geschmack: Sehr sehr sprittig! Die fruchtige Note spiegelt sich auch im Geschmack wieder. Der Tanqueray schmeckt erst sehr stark nach Wacholderbeere, dann leicht nach Limettenschale. Spaß macht das samtige Gefühl auf der Zunge, dann zieht der Alkohol in die Nase.

Abgang: Brennt!

Gesamtnote: 3 Punkte

Mit Tonic (Schweppes): Der Tanqueray hat mit 47,3 Prozent einen hohen Alkoholanteil. Als Mixgetränk eignet er sich aber hervorragend. Gin und Tonic vermischen sich sehr gut. Das Schweppes gibt dem Gin eine süßere Note.

Gesamtnote: 4 Punkte

Produktinformationen

Produktname: Tanqueray
Style: London Dry
Erhältlich bei: Supermarkt
Preis ca./500ml: 14 Euro

 

So schmeckt Tanqueray Ten (findet Maximilian Matthies)

Tanqueray Ten

Tanqueray Ten

Foto: Redaktion

Nosing: Sehr intensiver Geruch mit ausgeprägter Wacholdernote. Der Alkohol wird gut überdeckt.

Geschmack: Anders als der Geruch es vermuten lässt, schmeckt der Gin doch recht stark nach Alkohol. Das Hochprozentige überlagert den Wacholder-Duft, trotzdem kommt aber noch eine leicht süßliche Note durch. Der Gin schmeckt dadurch ganz angenehm.

Abgang: Brennt im Abgang und auch eine Weile lang danach.

Gesamtnote: 3 Punkte

Mit Tonic (Thomas Henry):  Um den starken Alkoholgeschmack etwas abzumildern, empfiehlt sich ein eher süßes Tonic. Das gibt einen neutralen Geschmack, er schmeckt deutlich gedämpfter und brennt nicht mehr. Die süße Note wird durch den Tonic verstärkt. Malus: Das Tonic nimmt dem Gin auch seine kräftige Wacholdernote. Der erfrischende Drink wäre ideal, um ihn im Sommer mit Strohhalm wegzuschlürfen.

Gesamtnote: 4 Punkte

Produktinformationen

Produktname: Tanqueray Ten
Style: London Dry
Erhältlich bei: Supermarkt
Preis ca./500ml: 18 Euro

 

So schmeckt Hendrick's Gin (findet Götz Bonsen)

Hendrick's Gin

Elegantes Erscheinungsbild: Hendrick's Gin.

Foto: Redaktion

Nosing: Wohl ein London Dry, aber mit etwas Löwenzahn.

Geschmack: Ein komplexer Körper mit friedvollem aber angenehm lebendigem Alkohol baut sich auf. Nicht einfach zu entschlüsseln. Zunächst schneit eine leichte Fruchtigkeit über die Geschmacksknospen, eine Johannisbeere erinnernde Säure wird zurückgedrängt von etwas, das an Zuckerrübensirup errinnert. Es sind Blüten, wässriger Apfel und nicht unwesentlich Gewürzaromen, die vorherrschen. Kaum Wacholder. Das Bild ist ausgewogen, aber etwas verschwommen. Das hier wirkt elegant und ist nichts für Anfänger.

Abgang: Im Abgang kommt Kürbis und etwas herber Honig. Gutes Wasser. Wirklich Gelungen, aber keine Liebe.

Gesamtnote pur: 4 Punkte

Mit Tonic (Schweppes): Vielleicht wäre ein anderes Tonic-Water besser gewesen, aber das ist ein durchweg akzeptabler Longdrink. (Mit einem Schuss Cucumis): Das ist es!

Gesamtnote mit Tonic: 4 Punkte

 

Produktinformationen

Name: Hendrick's
Style: New Western
Erhältlich bei: Fachhandel, große Supermärkte
Preis ca./500ml: 20 Euro

 

So schmeckt Henderson Dry (findet Anja Christiansen)

Henderson Dry Gin

Henderson Dry Gin.

Foto: Redaktion
 

Nosing: Riecht nach Klebstoff und sehr nadelig.

Geschmack: Scharf und spritlastig mit einem Eigenbitter. Dennoch können auch diejenigen, die ungern harten Alkohol mögen, diesen Gin ohne Tonic Water trinken - auch ungeübte Geschmacksnerven gewöhnen sich schnell an den puren Geschmack. Die nadelige Note, die im Geruch noch sehr dominant war, ist allerdings kaum herauszuschmecken. Auch andere besondere Noten bleibt der Gin im Geschmack schuldig.

Abgang: In der Mischung bleibt der Geschmack des jeweiligen Tonic Waters hängen.

Gesamteindruck pur: 4 Punkte

Mit Fentimans-Tonic verschwinden die Aromen hinter dem Geruch des Tonic, im Geschmack wird diese Kombination sehr bitter. Mit 1724 hingegen ist der Gin noch herauszuriechen. Auch im Geschmack ist die Mischung deutlich milder, es fehlt ihr aber das Besondere. Was bleibt, ist einfach nur süß. Für jemanden, der es nicht so bitter mag, kann diese Mischung aber eine Alternative sein.

Dieser Gin liefert ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Gesamteindruck mit Tonic: 4 Punkte

Produktinformationen

Name: Henderson Dry Gin (Edeka Eigenmarke)
Style: London Dry
Erhältlich bei: Supermarkt
Preis ca./500ml: 9 Euro

 

So schmeckt Spitzmund (findet Gerrit Hencke)

Spitzmund Gin

Spitzmund Gin

Foto: Redaktion

Nosing: milde Wachholdernote, Kräuter, Zitrus

Geschmack: Eine milde Wachholdernote wird durch einen Geschmack nach Zitrusfrüchten und Pflaume ergänzt. Eine Nuance erinnert an den Geruch von Waldboden. Kein Wunder, findet man Muskatblüte, Koriander und Haselnüsse in den Botanicals. Spitzmund schmeichelt dem Gaumen und ist dabei samtig weich auf der Zunge.  

Abgang: Der Alkohol ist dominant, hinterlässt aber lediglich ein angenehmes Feuer im Mund. Was bleibt ist ein frisches Gefühl nach Zitrus und Kräutern.

Gesamteindruck pur: 4 Punkte

Mit Tonic (Schweppes) entfaltet Spitzmund ein tolles Zusammenspiel. Leicht bitter, Aromen von Wachholder, Pflaume und einer Zitrusnote (Zitrone und Orange in den Botanicals). Die Mischung mit Apfel verleiht dem Spitzmund einen Hauch von Beeren.

Gesamteindruck mit Tonic: 5 Punkte

Produktinformationen

Name: Spitzmund Gin
Style: Regional (Kiel)
Erhältlich bei: gut sortierter Fachhändler, Internet über spitzmund.com
Preis ca./500ml: 31 Euro

 

So schmeckt Bombay Sapphire (findet Götz Bonsen)

Bombay Sapphire

Bombay Sapphire

Foto: Redaktion
 

Nosing: Der leicht grasige Duft des bestimmenden Wacholders legt sich in die Nase wie zarter Frühlingswind im Tann.

Geschmack: In der Beschaffenheit wirkt der Körper trocken und reif. Geschmacklich liefert er eine souveräne Milde. Der Alkohol kommt dabei dezent und ohne autonome Quirligkeit, die sich bei Gin doch so häufig in Kiefer und Speiseröhre gräbt. Ein ausgewogenes Geschmackserlebnis. Ohne störende Elemente ist dieser Tropfen leicht zu genießen. Das Aroma trägt neben dem unaufgeregten Wacholder einen Tupfen Zitrone in sich, auf das sich dann etwas Apfelsinenschale legt. Anschließend deckt die leicht herbe Note frisch geernteter Pflaumen den wenig komplexen aber perfekt abgestimmten Geschmack ein.

Abgang: Wie bei Rotwein oder Rharbarbersaft wird die Zunge leicht rau, ein Kompliment der Geschmacksknospen, die wohl mehr wollen. Insgesamt könnte dieser Tropfen im Abgang noch einen winzigen Teint an Süße vertragen. Aber auch so ist es ein Genuss.

Gesamtnote: 5 Punkte

Mit Tonic (Fentimans): Wie füreinander gemacht. Es ist ein Traum der Jahreszeit. Die herbstliche Süße und Bitterheit des Tonic Waters umarmt den reifen Frühling, wir treffen uns im Sommer. Ich habe nichts zu meckern. Wobei es mir pur sogar noch einen Hauch anschmiegsamer erschien.

Gesamtnote: 5 Punkte

Produktinformationen

Produktname: Bombay Sapphire
Style: London Dry
Erhältlich bei: Supermarkt
Preis ca./500ml: 14 Euro

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