Fernsehen : Stumpi auf den Spuren von „Go Trabi Go“

Wolfgang Stumph bei den Dreharbeiten zu „Go Trabi Go Forever“ in Rom mit Blick auf das Kolosseum
Wolfgang Stumph bei den Dreharbeiten zu „Go Trabi Go Forever“ in Rom mit Blick auf das Kolosseum

Wolfgang Stumph erneut mit einem Trabi auf „Westreise“ – zu Drehorten und Darstellern von damals

svz.de von
27. September 2015, 09:00 Uhr

Ottfried Fischer saugt Krümel vom Gartentisch, André Eisermann fährt Trabi und Claudia Schmutzler klettert: 25 Jahre nach den Dreharbeiten für den Kultfilm „Go Trabi Go“ ist Schauspieler Wolfgang Stumph noch einmal mit der „Rennpappe“ von Bitterfeld nach Rom gefahren – ohne Familie und Zelt auf dem Dach. Bei der Spurensuche mit dem MDR-Kamerateam erlebt er Überraschungen, trifft auf Vertrautes und Mitstreiter, die zu Kollegen und Freunden wurden.

Der Sender strahlt die knapp einstündige TV-Dokumentation „Go Trabi Go Forever“ an diesem Montag (22.15 Uhr) aus – nach dem Original von 1990.

In der Komödie zuckelt die ostdeutsche Familie Struutz – Deutschlehrer Udo, seine Frau Rita und die 17-jährige Tochter Schakkeline – kurz nach dem Mauerfall im himmelblauen Trabi „Schorsch“ von Bitterfeld über Regensburg, München und Rom nach Neapel. Ihr Kompass: Goethes Italienreise. Für „Stumpi“, wie der Dresdner von Fans genannt wird, war es der Beginn einer beachtlichen Karriere in Kino und TV.

„Das gibts nich!“ Im Hof der Bitterfelder Ernst-Thälmann-Straße sieht es aus wie damals. „Die heißt auch wirklich noch so, es war, als ob die Zeit stehen geblieben wäre“, erinnert sich der 69-Jährige, als er durch das Backstein-Tor fährt und aus dem Trabi steigt. Dort, wo Filmfamilie Struutz 1990 die „erste große Westreise“ begann, fängt auch Stumphs Revival an – mit dem einstigen Drehplan als Wegweiser. „Ich wollte wissen, was aus Mitstreitern und Drehorten geworden ist und was die Zeit mit Ost und West gemacht hat.“ Der Trabi erregt beim Stopp in München noch immer Interesse. „Manche haben sich noch nicht an den Trabi gewöhnt“, sagt Stumph lachend. Bei der Bavaria interviewt Stumph den Produzenten Günter Rohrbach, für den „Go Trabi Go“ ein Glücksgriff war.

Mit Drehbuchautor Reinhard Kloos und Regisseur Peter Timm trinkt er ein „Aubi“, ein alkoholfreies DDR-Autofahrerbier – auf dem Schrottplatz, der für „Schorsch“ fast zum Friedhof wurde. Wie einst „Schorsch“ schnauft nun die Kopie um den Gardasee nach Manerba del Garda, wo die Crew auch am 3. Oktober 1990 drehte. „Mir geht wie damals das Herz auf“, schwärmt er. Hier klettert Schakkeline noch mal auf dem Steg im See an der Stange hoch, an der sie damals für den Film tanzte. Am Strand des Campingplatzes rollt Stumph für Claudia Schmutzler die Picknickdecke aus – stilecht mit DDR-Kühlbox, Ost-Sekt und Ostbrötchen. Für seine Kollegin, die später „Schwester Stephanie“ und Kommissarin bei „Soko Wismar“ wurde, war es auch „der erste Film, die erste Hauptrolle und mein erstes Mal im Westen“.  

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