Poststreik: Briefe und Pakete bleiben liegen : Streit um Sendungen

Der bundesweite Poststreik dauert weiterhin an, ein Ende ist nicht absehbar.
Der bundesweite Poststreik dauert weiterhin an, ein Ende ist nicht absehbar.

Im Poststreik bleiben jeden Tag Millionen Briefe und Pakete liegen – darunter auch eilige medizinische Befunde und Bewerbungen.

svz.de von
01. Juli 2015, 21:00 Uhr

In der vierten Woche des Poststreiks wird die Kritik von Kunden an der verspäteten Beförderung eiliger Sendungen lauter. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte beklagte gestern, dass Karten mit Blutproben von neugeborenen Kindern nicht rechtzeitig in den Laboren ankämen. Dadurch könne sich die Behandlung von zum Teil lebensbedrohenden Stoffwechselkrankheiten verzögern.

Das Kölner Unternehmen Studimed, das eilige Studienplatz-Bewerbungen ins Ausland verschickt, hatte schon vor Wochen versucht, die Post gerichtlich zur Wiederherausgabe solcher Sendungen zu zwingen. Das Kölner Amtsgericht lehnte den Antrag des Unternehmens aber ab. Gegen diese Entscheidung vom Dienstag kündigte die Firma Studimed Widerspruch an. Ein Post-Sprecher sagte, für eilige Sendungen biete sich generell der Versand über DHL Express an. Dort werde nicht gestreikt und die Post übernehme eine Zustellungsgarantie.

Studimed ist auf die Vermittlung von Medizin-Studienplätzen an ausländischen Unis spezialisiert und sieht sich in seiner Existenz bedroht, wenn die Post verspätet zugestellt wird. Für die Zusendung der Unterlagen gelten meist Fristen. Mit dem Antrag auf Einstweilige Verfügung hatte die Firma erreichen wollen, noch nicht zugestellte Unterlagen zurückzubekommen, um sie auf anderem Weg ans Ziel zu bringen.

In einem konkreten Fall ging es laut Studimed-Geschäftsführer Hendrik Loll um eine Bewerbung für einen Studienplatz in Litauen, die bis Ende Juni eingereicht werden musste. Für die Unterstützung in den Bewerbungsverfahren berechnet das Unternehmen mehrere Tausend Euro. In diesem konkreten Fall sei es laut Loll um 6000 Euro gegangen.

Das Kölner Amtsgericht erklärte, in dem Antrag sei nicht ausreichend dargelegt worden, dass die Studienwilligen ihre Unterlagen überhaupt abgeschickt hatten. Diese Begründung nannte ein Studimed-Sprecher „dünn“. Deshalb werde es einen Widerspruch und ein Gerichtsverfahren geben (Az.: 127 C 278/15).

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