zur Navigation springen

Berlin : Spaziergänger findet Babyleiche in Park

vom

Eigentlich bietet Berlin für Schwangere in Not mehrere Möglichkeiten: von Babyklappe bis anonyme Geburt. Jetzt ist zum zweiten Mal in diesem Jahr die Leiche eines Babys entdeckt worden.

Ein Spaziergänger hat in einer Grünanlage in Berlin-Wilmersdorf die Leiche eines Babys entdeckt. Der 27-Jährige war dort am Vormittag mit seinem Hund unterwegs, wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag sagte. Das Tier habe den Leichnam in einem Gebüsch zwischen Sträuchern und Laub aufgespürt.

Zum Geschlecht des Kindes und zu Details machte die Sprecherin zunächst keine Angaben. Wie üblich in solchen Fällen seien Kriminalpolizei und Mordkommission vor Ort, Kriminaltechniker sichern Spuren rund um den Fundort in unmittelbarer Nähe eines Eisstadions.

Das Areal ist weiträumig abgesperrt. Der Park liegt in einem gutbürgerlichen Viertel mit Ein- und Mehrfamilienhäusern.

Die Arbeit der Experten werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, kündigte die Sprecherin an. Unter anderem würden Rundumaufnahmen gemacht, Aufnahmen aus der Luft seien nicht geplant.

Der Fund von Donnerstag ist nicht der erste in diesem Jahr: Anfang März war ein totes, neugeborenes Mädchen in einer Parkanlage in Berlin-Lichtenberg entdeckt worden. Ermittler gehen davon aus, dass das Kind getötet wurde. Trotz 19 Hinweisen hat die Polizei nach wie vor keine konkrete Spur. Die Untersuchungen des DNA-Materials von Frauen aus einem Flüchtlingsheim in der Nähe des Fundorts sind allerdings noch nicht abgeschlossen, wie eine Sprecherin am Donnerstag sagte.  An Silvester war in Berlin-Neukölln ein totes Mädchen in der Babyklappe eines Krankenhauses abgelegt worden.

Trotz Babyklappen in fünf Berliner Krankenhäusern werden jedes Jahr Säuglinge getötet. 2015 waren es insgesamt drei Babys - das war die höchste Zahl seit 2011, wie die Gesundheitsverwaltung kürzlich bekanntgab.

In Babyklappen können Mütter in Notfällen anonym ihr Baby abgeben. Verzweiflungstaten sollen so verhindert werden. Gänzlich anonyme Geburten sind ebenso möglich wie sogenannte vertrauliche Geburten - dabei hat das Kind nach 16 Jahren die Möglichkeit, die Personalien der Mutter zu erfahren.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Mai.2016 | 14:39 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen