25. März : Sommerzeit, Winterzeit oder doch Zeitumstellung – Was ist besser?

Am 25. März ist es wieder soweit: Die leidige Zeitumstellung fordert uns. Was wäre besser ohne sie? Drei Meinungen.

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22. März 2018, 20:30 Uhr

Eine klare Mehrheit der Deutschen wünscht sich nach einer neuen Umfrage die Abschaffung der Zeitumstellung: 73 Prozent der Befragten sprachen sich in einer repräsentativen Studie des Forsa-Instituts gegen das Umstellen der Uhren im Frühjahr und Herbst aus. Doch sollte es dahingehend zu ernsthaften politischen Bestrebungen in Europa kommen, bleibt die Frage nach dem „Wie". Und dort hört es auf mit der Einigkeit – jedenfalls innerhalb der Redaktion. Drei Meinungen.

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Nur die Zeitumstellung – eine sexy Mixtur!

Foto: dpa
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Wer sehnt sich nicht nach langen Sommertagen? Seit 1980 gibt es die Sommerzeit und die unter 40-Jährigen haben mit ihr leben gelernt. Im wahresten Sinne des Wortes: Fußballspielen bis 23 Uhr, Spätschichtpendeln ohne Dunkelheit, Grillen nach Feierabend und lebensfrohes Baden am Strand ohne Blick auf die Uhr. Soll dieser Tanz der Freiheit ein Ende haben? Hoffentlich nicht - aber auch die Winterzeit ist unabdingbar.

Denn das Problem der Sommerzeit ist: Im Winter wird es viel zu spät hell. Da kommt die Umstellung auf die Normalzeit gerade recht. Sie ist nicht nur ein jahreszeitliches Ritual: Sie hebt diesen sommerzeitlichen Makel auf, damit  wir so natürlich wie möglich aufwachen können. Mal ehrlich: Eine Woche adaptiver Schwierigkeiten durch dieses lang gepflegte Unterfangen fällt im klugen Gesamtpaket doch nur bei Nörglern ins Gewicht.

Grundgedanke der Zeitumstellung war einmal, dass wir das Tageslicht länger nutzen können. Für die Ur-Absicht, den Bedarf an Fremdenergie zu drosseln, ist dies laut heutiger Lehrmeinung Unfug. Aber in diesen hektischen Zeiten sollte man vor allem den inneren Akku im Blick haben – und hier lebt das alte Argument. Denn Tageslicht fördert die Leistungsfähigkeit, es ist enorm wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden, es macht produktiver, sowie attraktiver - und der moderne Mensch bekommt meist zu wenig davon.

Der Ersatz durch künstliche Beleuchtung in Arbeitsstätten und Schulen macht die Menschen sogar krank. So ist das manchmal lästige Drehen an der Zeit bei allen Nachteilen doch der fast perfekte Kompromiss für das Gemeinwesen.

von Götz Bonsen

Nur die Winterzeit: Sie ist das Original!

Foto: dpa
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Warum man bei einer Abschaffung der Zeitumstellung für die Winterzeit plädieren sollte, liegt auf der Hand. Von Oktober bis März wäre es bei einer dauerhaften Sommerzeit morgens noch länger dunkel als ohnehin schon – vor allem bei uns im Norden. Nach Feierabend bliebe es dann zwar ein wenig länger hell, doch lohnt sich das im Winter wirklich? Ein Beispiel: Am 21. Juni geht in Flensburg die Sonne nach der Sommerzeit um 4.44 Uhr auf. Zu Normalzeit bereits um 3.44 Uhr. Der Sonnenuntergang wäre demnach um 22.04 Uhr, respektive 21.04 Uhr der Normalzeit. Eine Stunde mehr Licht: Ein Punktsieg für die Sommerzeit.

Aber: Schon im November würde bei einer dauerhaften Sommerzeit die Sonne erst um 9.04 Uhr aufgehen. Richtig hell wäre es dann also erst gegen 10 Uhr. Zwar wäre der Sonnenuntergang dann erst um 17.11 Uhr, also eine Stunde später als während der Winterzeit, doch viele Menschen arbeiten um 17 Uhr noch. Tageslicht nach Feierabend ist zu dieser Zeit also in beiden Fällen rar. Allerdings machen sich die meisten Arbeitnehmer und Schüler zwischen 6 und 8 Uhr morgens auf den Weg. Bis es hell wird, würde dann künftig noch mehr Zeit vergehen.

Noch deutlicher wird dies zur Wintersonnenwende. Denn am 21. Dezember würde die Sonne  erst um 9.44 Uhr aufgehen. Als Nordlicht plädiere ich daher für die Normalzeit. Im Sommer würde es zwar abends früher dunkel werden, aber draußen sitzen zu können, während es hell und noch warm ist, ist zu späten Abendstunden im Norden ohnehin eher die Ausnahme.  Und auch der Spruch „Dafür ist es im Sommer bei uns länger hell“ würde nach wie vor zutreffen, denn wir hätten gegenüber München noch immer eine Dreiviertelstunde länger Sonne.

von Gerrit Hencke

Nur die Sommerzeit: Den Tag am Abend erleben!

Foto: dpa
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Schon klar. Die Sommerzeit hat nicht gehalten, was sie versprochen hat. Die Energieersparnis wurde nicht erreicht, vollkommen d'accord. Aber warum denn für die Winterzeit entscheiden? Weil die Winterzeit vor der Sommerzeit da war? Who cares?

Die Sommerzeit macht einfach mehr Laune. Der Abend an der Förde wäre doch schöner umso länger er ist. Die Winterzeit hingegen würde uns morgens eine Stunde früher die Erleuchtung bringen. Oh wie schön. Aber wer hat denn Spaß an der hellen Stunde mehr? 3.30 Uhr – die ersten Sonnenstrahlen erhitzen das Schlafzimmer – erstmal schön raus gehen und das wundervolle Licht genießen. Macht doch keiner.

Im Winter ist der Tag ohnehin kurz. Dunkel ist es auf dem Weg zum Bäcker, auf dem Weg zur Arbeit. Für viele auch ohne Winterzeit. Es gibt Licht, das muss eh angemacht werden – hat man ja gesehen. Es kann den in Vollzeit arbeitenden Menschen also egal sein. Es sei denn, sie gönnen denen die frei haben, den Spaß nicht. Das ist natürlich etwas anderes.

Für die wäre die Stunde, die es Dank der Sommerzeit im Winter länger hell bleiben würde, nämlich total super. Teilzeitarbeitende, Kranke, Rentner, Arbeitslose, Kinder, Studenten und all diejenigen, die ihre Hobbys nicht um sechs Uhr morgens ausleben, würden die zusätzliche Stunde am Nachmittag doch viel besser nutzen als die, die es im Winter gern hell haben, wenn sie in ihrem Auto auf dem Weg zur Arbeit sind. Wahrscheinlich wurde deshalb auch nicht weniger Energie verbraucht. Weil man festgestellt hat, dass die Lichtmaschine im Auto gar nicht an das Stromnetz angeschlossen ist.

von Marle Liebelt

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