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Stiftung Warentest : Sind LED Stromfresser?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stiftung Warentest gibt Entwarnung

Zahlreiche Lampen sollen mehr Strom verbrauchen als angegeben. Von Mehrkosten von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich für die Verbraucher ist die Rede. Benno Müchler sprach mit Peter Schick, Projektleiter bei der Stiftung Warentest.

Wie können sich deutsche Kunden vor solchen Lampen schützen?
Schick: Zunächst einmal Entwarnung: Deutsche Kunden müssen sich keine großen Sorgen machen. Es geht vor allem um LED-Lampen. Weil die modernen LED-Sparlampen aber ohnehin so wenig Strom verbrauchen, sind einige Prozent Toleranz auch völlig unschädlich. Aber ärgerlich ist das natürlich schon. Auch die tatsächliche Effizienz, also Helligkeit je Stromverbrauch, geht in unser Urteil mit ein. Bei Lampen, die unsere umfangreichen Tests gut bestehen, müssen Verbraucher keine Bedenken haben.

Um wie viel mehr Stromverbrauch geht es?
Eine 10-Watt-LED, die eine herkömmliche 60-Watt-Glühlampe ersetzt, hätte bei fünf Prozent Toleranz gerade einmal ein halbes Watt Mehrverbrauch. Das vermindert den Spareffekt praktisch nur unmerklich, denn ob die LED statt 2,50 Euro Stromkosten dann 2,75 Euro hat, ist gegenüber 26 Euro für die früheren Glühlampen, die von den LED ersetzt wurden, wirklich wenig.

Die EU-Kommission soll seit 2011 davon gewusst, aber nichts getan haben. Was muss jetzt geschehen?
Die Hersteller haben bei den geschönten Verpackungsangaben den Toleranzspielraum genutzt, den es bei der Messung für Energieeffizienz gibt. Solche Toleranzen sind nach wie vor sinnvoll. Denn bezüglich Lichtstrom und Leistungsaufnahme können leichte Abweichungen in der Produktfertigung nicht völlig vermieden werden. Aber der Spielraum darf nicht missbraucht werden.

Beispiel: Die schlechteste Lampe in unserem Test „LED-Lampen als Ersatz für 60-Watt-Glühbirnen“ hatte die geringste Energieeffizienz und recht große Abweichungen zwischen deklarierten und gemessenen Verbrauchswerten. Die EU sollte deutlichen Verstößen durch eine Marktüberwachung nachgehen.

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