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Hinweise für Touristen : Seebeben erschüttert Urlaubsidyll Kos

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Touristen und Anwohner auf der griechischen Ferieninsel Kos stehen unter Schock

svz.de von
erstellt am 21.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Schock im Urlaubsparadies der südlichen Ägäis: Ein starkes Seebeben hat die beliebte Reiseregion in Griechenland und der Türkei erschüttert. Mindestens zwei Menschen kamen in der Nacht zum Freitag ums Leben, mehr als 120 weitere wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Betroffen war vor allem die griechische Ferieninsel Kos. „Die Infrastruktur der Insel ist intakt“, versicherte heute der griechische Regierungssprecher, Dimitris Tzanakopoulos. Deutsche sind laut gut informierten Diplomatenkreisen nicht unter den Verletzten.

Auf den Straßen von Kos herrschte Chaos: Viele Touristen, die keine Erdbeben kennen, hätten nicht gewusst was los war, sagten Anwohner. Zwei junge Männer – ein Türke und ein Schwede – wurden im Urlaub von herabfallenden Trümmern der Decke einer Bar getroffen und starben. Weitere 13 Menschen wurden schwer verletzt. Sie mussten in größere Krankenhäuser nach Athen, Rhodos und Kreta gebracht werden. Mehr als 100 andere Anwohner und Touristen wurden leicht verletzt, wie die Behörden mitteilten. Laut Deutschem Reiseverband werden vereinzelt Hotels als nicht mehr sicher eingestuft: Die Reiseveranstalter brächten Urlauber bei Bedarf in anderen Hotels unter, erklärte der DRV. Noch sei die genaue Zahl der Betroffenen unklar. Das Reiseunternehmen TUI teilte mit, man habe derzeit 6400 Urlauber aus Deutschland vor Ort. Ein Krisenstab des Unternehmens sei aktiviert worden, die Reiseleistungen seien aber nicht eingeschränkt.

Die griechische Erdbebenbehörde gab die Stärke des Bebens mit 6,6 an, die US-Erdbebenwarte (USGS) maß 6,7. Es folgten Dutzende Nachbeben. Seismologen sagten, es sei in den nächsten Tagen mit weiteren Erschütterungen zu rechnen. Man sollte Gebäude, die sichtbar beschädigt sind nicht betreten. Die Europäische Union bot Griechenland und der Türkei umfassende Unterstützung an.

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Das Seebeben ereignete sich um 01.28 Uhr Ortszeit. Es löste einen kleinen Tsunami aus. „Die Wellen waren etwa 60 Zentimeter hoch“, sagte der griechische Seismologe Akis Tselentis im Fernsehen. Das reichte für sichtbare Schäden: Mehrere Boote wurden beschädigt, entlang der aufgerissenen Kaimauern lag Geröll. Der Mini-Tsunami traf auch die Küste der zehn Kilometer entfernten türkischen Stadt Bodrum. Entlang der türkischen Küste lagen an Land gespülte Fischerboote. In der Türkei gab es Medien zufolge keine Todesopfer.

Erdbeben bei Kos: Hinweise für Urlauber

Ob nach einem Erdbeben eine geplante Reise kostenlos abgesagt werden kann, hängt vom Ausmaß der Schäden und von der Gefahrenlage vor Ort ab. Eine Absage sei möglich, „wenn es erhebliche Schäden gibt und die gesamte Infrastruktur betroffen ist“, erläutert der Anwalt und Reiserechtsexperte Kay P. Rodegra aus Würzburg.

So müssen zum Beispiel das gebuchte Hotel schwer beschädigt oder der Eisenbahn-, Flug-, Fähr- und Busverkehr unterbrochen sein, sagte Rodegra mit Blick auf das Erdbeben im östlichen Mittelmeer in der Nacht zu gestern. Betroffen von den Erdstößen waren dort die beliebte griechische Urlaubsinsel Kos sowie die türkische Küstenstadt Bodrum.

Bei erheblichen Gefahren oder Beeinträchtigungen können auch Urlauber, die bereits vor Ort sind, ihren Reisevertrag vorzeitig kündigen und abreisen. „Aber das ist meist bei einem eher kleinen Erdbeben nicht der Fall“, sagte Rodegra. „Die bloße Angst vor Nachbeben reicht hier nicht für eine Kündigung der Reise wegen höherer Gewalt.“

Reiserechtler Rodegra und der Deutsche Reiseverband (DRV) in Berlin empfehlen Menschen, die in den kommenden Wochen in einen Sommerurlaub auf Kos starten wollen, sich mit ihrem Veranstalter in Verbindung zu setzen. Vor Ort sollten Urlauber die Hinweise und Empfehlungen der Behörden und der Reiseleiter beachten, so der DRV.

Nach DRV-Angaben werden auf Kos beschädigte Hotels vereinzelt nicht mehr als sicher eingestuft. Zugleich betont der Verband aber, dass die Durchführung von Reisen nicht nennenswert eingeschränkt sei: Die Veranstalter brächten Gäste bei Bedarf in anderen Hotels unter.

Daher gelten für Reisende die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Veranstalter und damit die regulären Storno- und Umbuchungsgebühren.

 

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