Von München in die USA : Saubere Sache(n) für New York City

Deutsche Schwestern eröffnen Waschsalon in Amerikas Metropole.

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13. März 2018, 12:00 Uhr

Als Mode-Korrespondentin zog Corinna Wiliams vor rund fünf Jahren von München nach New York – und stand kurz darauf mit ihrer Schmutzwäsche im Waschsalon. „Vorher war ich in meinem Leben vielleicht zweimal in einem Waschsalon gewesen zu Uni-Zeiten, aber in New York gab es keine andere Möglichkeit, ich musste in den Laundromat – und das war alles andere als eine angenehme Erfahrung“, sagt die 32-Jährige.

„Keine Sitzgelegenheiten, schlechtes Licht, winzigkleiner, muffiger Laden, alte, schmutzige Maschinen und nach dem Waschen dann Flecken auf meinen T-Shirts und Handtüchern, die vorher nicht da waren.“ Williams wäscht sich durch mehrere der insgesamt rund 2500 Laundromats in New York, aber das Ergebnis ist immer gleich schlecht.
Eine eigene Waschmaschine in einer New Yorker Wohnung ernannte die „Vogue“ jüngst zum „sehr wahrscheinlich ultimativen Luxus“. Bei Williams ist das wie bei vielen New Yorkern unmöglich, denn in den meisten Altbauten ist der Einbau wegen fehlender Infrastruktur und nicht ausreichendem Wasserdruck verboten.
Williams, die internationale Beziehungen studierte und bei der Internetfirma Google arbeitete, bevor sie Mode-Redakteurin wurde, hat eine Idee: „Ein sauberer, freundlicher Waschsalon, in dem man sich gerne aufhalten möchte. Ich konnte es einfach nicht fassen und wollte es auch nicht annehmen, dass es das hier nicht gibt – hier haben doch auch so viele Leute superschöne Anziehsachen.“

Für die Inneneinrichtung holt sie ihre Schwester Theresa an Bord, die damals noch in London lebt, wo sie nach einem Produktdesignstudium bei einer Brillenfirma arbeitet.

Ende 2017 können die Schwestern den „Celsious“ genannten Laden endlich eröffnen, mit 4 Angestellten, 18 Waschmaschinen und 16 Trocknern sowie einem Café mit Getränken und kleinen Snacks – mit Biozucker und Milch aus der Region in Glasflaschen. Die Williams-Schwestern, die gemeinsam im Viertel Bushwick wohnen, hat der eigene Waschsalon noch enger zusammengeschweißt. „Wir sind durch den Prozess zu einer Person geworden“, sagt Corinna Williams. „Seit zwei Jahren werden wir für Zwillinge gehalten, das ist uns vorher nie passiert.“

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