Bergsteiger-Legende : Reinhold Messner sieht Rückkehr des Wolfes kritisch

Ein Wolf streift durch ein Gehege des Wolfcenter Dörverden in Niedersachsen. /Archiv
Ein Wolf streift durch ein Gehege des Wolfcenter Dörverden in Niedersachsen. /Archiv

Seit fast zwei Jahrzehnten gibt es wieder Wölfe in Deutschland. Doch die Rückkehr des Raubtieres sieht nicht jeder positiv.

svz.de von
03. Februar 2018, 14:00 Uhr

Der Südtiroler Extremkletterer Reinhold Messner (73) sieht die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland kritisch. Der Abenteurer sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Tiere könnten besser in Gebieten wie Sibirien leben.

«Anders als in Mitteleuropa haben sie dort viel Platz und werden nicht gestört.» Allein in seiner Heimat Südtirol hätten Wölfe im vergangenen Sommer Dutzende Schafe gerissen.

Das sei ein großes Problem, zumal das Leben von Schafen nicht weniger wert sei als das Leben von Wölfen. «Wenn der Wolf in die Städte kommt, was tun wir dann?», sagte Messner am Rande eines Vortrags in Mannheim. Der Bergsteiger hatte zwischen 1970 und 1986 ohne Flaschensauerstoff alle 14 Achttausender bestiegen.

Moritz Klose von der Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) sagte auf Anfrage, das Zusammenleben von Mensch und Wolf könne durchaus gelingen. «Wenn Herdenschutz flächendeckend zum Einsatz kommt und wir den Wolf respektieren als das was er ist – ein Wildtier», sagte der Experte in Berlin. Dass Wölfe keine unberührte Wildnis wie in Sibirien benötigten, zeige ihre selbstständige Rückkehr seit 18 Jahren. «Für ein realistisches Bild vom Wolf sind sowohl Wolfsromantik als auch Panikmache fehl am Platz», betonte er.

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