Trendsport Bieryoga : „Prooost“ statt „Ooom“

Teilnehmer eines Bieryoga-Kurses in Berlin
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Teilnehmer eines Bieryoga-Kurses in Berlin

Der Trend zu Bieryoga schwappt aus den USA nach Deutschland

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19. März 2016, 06:30 Uhr

Die Yoga-Lehrerin stellt gleich einen doppelten Kater in Aussicht. Einen für die Muskeln und einen für den Kopf, aber nur „einen kleinen“. Was an diesem Abend in einer Berliner Kneipe stattfindet, ist keine gewöhnliche Sportstunde. Statt „Ooom“ heißt es hier „Prooost“ und statt „Sonnengruß“ gibt es den „Biergruß“. Was ein gutes Dutzend Menschen hier barfuß und mit Gerstensaft tut, nennt sich Bieryoga.

Nach Hot Yoga bei     bis zu 40 Grad, Hundeyoga oder Fahrradyoga ist das die jüngste Blüte der ursprünglich indischen Philosophie, die man eher mit Yogi-Tee als mit Bier verbindet. „Zugegeben widerspricht sich das ein bisschen“, sagt Trainerin Jhula, die für eine gemeinnützige Organisation arbeitet. „Aber ich kenne total viele Leute, die sowohl Yoga machen als auch Bier trinken.“ Die 30-Jährige hat eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin gemacht. „Bierernst“ nehme sie den Sport aber nicht.

Vor Beginn der Stunde zeigt sich schnell: Alle Teilnehmer haben schon einmal Bier getrunken. Doch nicht jeder hat bereits Yoga praktiziert. Jhula beruhigt die Neulinge: „Umgekehrt wäre es schwieriger.“ Die Übungen, die dann folgen, kommen vor allem Kneipengängern zugute. Bei einer Position werden die Beine im Stehen umein-andergeschlungen – ganz so, als stünde man in mit einem dringenden Bedürfnis in der Toilettenschlange. Bei einer anderen Übung setzt man sich auf einen imaginären Stuhl. Diese Fertigkeit, erklärt Jhula, sei auch in einer völlig überfüllten Kneipe ohne freie Plätze von Vorteil.

Und das Bier? Etwa zwei Flaschen leeren die Teilnehmer, die alle jung und sportlich aussehen, während der Stunde. Jhula hat das Getränk in die Übungen integriert.

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