Getötete Rentnerin in Sachsen : Polizist bei Fahndung nach Mord-Verdächtigem angeschossen

Polizisten in Königsbrück: Der Gesuchte hielt sich in einem ehemaligen Kasernengebäude verschanzt.
Foto:

Polizisten in Königsbrück: Der Gesuchte hielt sich in einem ehemaligen Kasernengebäude verschanzt.

Der Gesuchte verschanzte sich und eröffnete das Feuer auf die Polizisten. Nicht nur ein Beamter wurde verletzt.

svz.de von
14. Mai 2018, 23:08 Uhr

Königsbrück | Auf der Flucht vor der Polizei hat sich ein mutmaßlicher Gewalttäter in Sachsen in einem alten Garnisonsgebäude verschanzt und mehrere Schüsse abgefeuert. Der Polizei gelang es auf dem Gelände 30 Kilometer nordöstlich von Dresden am Montag über Stunden nicht, den 33 Jahre alten Sportschütze zu stellen.

Am Abend erklärte die Polizei den Großeinsatz bei Königsbrück in der Nähe von Dresden für beendet. Der Tatverdächtige wurde tot aufgefunden. Der ehemalige Bundeswehrsoldat stand unter Verdacht, seine 75-jährige Nachbarin umgebracht zu haben. Die Rentnerin war am Samstag mit mehreren Messerstichen tot in ihrer Wohnung gefunden worden.

Aus dem Garnisonsgebäude in der Königsbrücker Heide eröffnete der Mann am Montag mehrfach das Feuer. Dabei erlitt ein Polizeibeamter eine Schussverletzung am Arm. Zudem wurde ein Diensthund beim ersten Zugriffsversuch von einem Projektil getroffen.

Am späten Abend teilte die Polizei mit, dass der angeschossene Polizist in ärztlicher Behandlung sei. Ihm gehe es den Umständen entsprechend gut. Der Diensthund sei schwer verletzt, doch er könnte überleben.

 

Am Montagvormittag hatte eine Polizei nach Zeugenhinweisen das Areal der ehemaligen Kaserne ins Visier genommen und weiträumig abgesperrt. Anwohner hatten an dem Waldstück ein weißes Fahrzeug gesehen: Mit dem Verdächtigen war auch ein weißer Wagen mit Kamenzer Kennzeichen zur Fahndung ausgeschrieben.

Seit Montagmorgen riegelten die Sicherheitskräfte das Waldgebiet in Königsbrück in der Oberlausitz ab. Über dem Areal kreisten Hubschrauber. Am Nachmittag hatten Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) das Erdgeschoss gesichert und versuchten, weiter in das unbewohnte Haus vorzudringen. Insgesamt waren rund 200 Polizisten aus Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie der Bundespolizei im Einsatz.

Bereits vor einigen Tagen hatte es in der Wohnung des Gesuchten einen Polizeieinsatz gegeben. Nachbarn hatten die Beamten alarmiert, weil der 33-Jährige im Alkoholrausch randalierte. Der Mann war wegen aggressiven Verhaltens für eine Nacht in Gewahrsam genommen worden.

Der Polizei zufolge wurden in der Wohnung zudem mehrere Waffen festgestellt und vorsorglich in Verwahrung genommen. Der 33-Jährige ist Sportschütze und hat eine Waffenbesitzkarte für die Waffen. Die Waffenbehörde der Stadt Dresden sei über das Vorkommnis informiert worden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen