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Vorwurf der sexuellen Belästigung in Kiel : Polizei schwächt Darstellung zu Übergriffen im „Sophienhof“ ab

vom

Nach dem Belästigungs-Vorwürfen von Kiel wird weiter nach den angeblichen Filmaufnahmen gesucht. Bislang wurden keine Beweise gefunden.

svz.de von
erstellt am 29.Feb.2016 | 16:34 Uhr

Die Kieler Polizei hat ihre Darstellung einer massiven Belästigung von drei Mädchen im Kieler Einkaufszentrum „Sophienhof“ abgeschwächt. Experten der Polizei untersuchten noch, ob es auf den Handys der tatverdächtigen Flüchtlinge Fotos und Videos der Mädchen gibt oder auch nicht, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Kiel. Am Freitag hatte die Polizei die Existenz von Fotos und Videos noch als Tatsache geschildert. Mehr als 20 Männer mit Migrationshintergrund sollen die Mädchen demnach massiv belästigt, verfolgt und gefilmt haben.

Nachdem es in der Silvesternacht am Hauptbahnhof in Köln in einem großen Ausmaß zu sexuellen Übergriffen und Belästigungen an Frauen gekommen ist, sind die Medien und die Bevölkerung für das Thema stark sensibilisiert. Es tauchen vermehrt Berichte über ähnliche Taten auf, nun auch in Kiel.

NDR 1 Welle Nord hat mit Quelle Kieler Polizei berichtet, auf den Handys der beiden Hauptverdächtigen seien weder Fotos noch Videos gefunden worden. Der Deutschen Presse-Agentur, sagte ein Polizeisprecher dagegen, ob es Aufnahmen gebe, sei noch nicht geklärt.

Die Polizei teilte am Montag auch mit, sie suche einen möglicherweise wichtigen Zeugen, der die Belästigung der drei weiblichen Jugendlichen beobachtet und mit ihnen während des Vorfalls gesprochen haben soll. Der Polizeisprecher sagte, es würden nun auch die Überwachungskameras des Sophienhofes ausgewertet, um zu sehen, wie viele Schaulustige unter den angeblich 20 bis 30 Männern waren und wie viele die Mädchen belästigt oder verfolgt hätten.

Mitarbeiter von Restaurants im Sophienhof hatten den „Kieler Nachrichten“ das Geschehen aus ihrer Sicht geschildert und das Ausmaß der Übergriffe relativiert. Ein Mitarbeiter eines Orient-Restaurants wurde mit den Worten zitiert: „Das ist direkt vor meiner Nase passiert. Aber das war keine Massenbelästigung.“ Es seien nur die beiden Afghanen gewesen, die „einen auf dicke Hose“ gemacht hätten. „Wenn ich gesehen hätte, dass die Mädchen Angst gehabt hätten oder dass die Situation eskaliert, wäre ich sofort über den Tresen gesprungen und hätte eingegriffen.“ Von 30 Beteiligten habe er nichts wissen wolle, schrieb die Zeitung. Bei den anderen habe es sich um Neugierige gehandelt. Eine andere Frau, die bei einem Italiener arbeitet, sagte der Zeitung zufolge, sie verstehe die ganze Aufregung nicht. Der Polizeisprecher sagte, auch diese Zeugen würden jetzt angehört. Es sei noch zu früh, sich abschließend über das, was geschehen ist, zu äußern.

Als mutmaßliche Haupttäter galten nach Angaben der Polizei zwei 19 und 26 Jahre alte Asylbewerber aus Afghanistan. Sie sollen zuerst die Mädchen beobachtet, verfolgt und mit Mobiltelefonen gefilmt und fotografiert haben. Nach und nach sei die Zahl der Männer, die die Mädchen belästigt haben sollen, auf 20 bis 30 gestiegen. Die beiden Afghanen und zwei weitere Verdächtige wurden vorläufig festgenommen, sind inzwischen aber wieder auf freiem Fuß. Bei ihrer Festnahme leisteten die Beschuldigten laut Polizei heftigen Widerstand. Dabei seien auch Beamte verletzt worden.

In der Polizei-Pressemitteilung vom Freitag hieß es: „Drei weibliche Jugendliche im Alter von 15, 16 und 17 Jahren wurden durch zuerst zwei männliche Afghanen im Alter von 19 und 26 Jahren beobachtet, verfolgt und schließlich mit Mobiltelefonen in einem Restaurantbereich im Sophienhof fotografiert beziehungsweise gefilmt.

Im Anschluss daran beobachteten die geschädigten weiblichen Jugendlichen, wie die Beschuldigten die Daten augenscheinlich an Dritte versendeten. Wenige Minuten später fanden sich bei den beiden Männern sukzessive 20 bis 30 weitere Personen mit Migrationshintergrund ein, belästigten, beobachteten, und verfolgten die drei weiblichen jugendlichen Geschädigten. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen soll es zu keinen körperlichen Übergriffen gekommen sein.“

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