Unglück bei Neuss : Personenzug fährt auf Güterzug auf - mehrere Verletzte

Bei einem Zugunglück bei Neuss sind mehrere 50 Menschen verletzt worden.
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Bei einem Zugunglück bei Neuss sind mehrere 50 Menschen verletzt worden.

Am späten Abend kracht ein Personenzug auf einen - offenbar stehenden - Güterwagen. Die Lage ist zunächst unübersichtlich, dann gibt die Feuerwehr langsam Entwarnung.

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05. Dezember 2017, 20:28 Uhr

Bei einem Zugunglück in Meerbusch nahe Neuss sind am Dienstagabend mindestens 47 Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Deutschen Bahn war ein Zug der Regional-Express-Linie 7 auf einen stehenden Güterzug von DB Cargo aufgefahren. Feuerwehrsprecher Frank Mohr sagte, es gebe 41 leicht Verletzte, weitere drei seien mittelschwer und drei schwer verletzt worden.

Bei einem Zugunglück bei Neuss sind mehrere 50 Menschen verletzt worden.
Frank Mohr/Freiwillige Feuerwehr Meerbusch

Bei einem Zugunglück bei Neuss sind mehrere 50 Menschen verletzt worden.

Warum der Güterzug, der auf dem Weg von Dillingen nach Rotterdam war, auf den Schienen stand, war zunächst nicht bekannt, wie eine Bahnsprecherin in Berlin sagte. Nach Angaben der Feuerwehr Meerbusch waren bis zu 150 Fahrgäste im Zug. Bei dem Unglück verkeilte sich der vordere Wagen des Personenzugs stärker, die weiteren Waggons entgleisten oder standen weitgehend unbeschädigt auf den Schienen.

Zahlreiche Feuerwehrleute bahnten sich den Weg zu dem verunglückten Zug, nachdem sie bereits Kontakt mit den Passagieren aufgenommen hatten. Deren Rettung war zunächst schwierig, weil durch die herabgerissenen Leitungen auch die Bahn unter Strom stand. Nach zwei Stunden konnten allerdings die ersten Passagiere und auch der verletzte Lokführer den Unglückszug verlassen.

Hintergrund: Der private Nahverkehrszugbetreiber National Express

In Großbritannien rollen Züge von National Express bereits seit mehr als 40 Jahren über die Schienen, seit Ende 2015 ist ein Tochterunternehmen auch in Nordrhein-Westfalen aktiv. Auf zwei Verbindungen - dem RE 7 (Rhein-Münsterland-Express) sowie dem RB 48 (Rhein-Wupper-Bahn) - befördert National Express nach eigenen Angaben insgesamt etwa 20 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Damit ist es das einzige private Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen. Von 2019 an werden zudem drei Linien des Rhein-Ruhr-Express (RRX) in Betrieb genommen.

Derzeit fahren 35 Elektrotriebzüge des Typs Talent 2 vom Zugbauer Bombardier auf den beiden RE-Linien. Bei den eingesetzten Wagen handele es sich um „hochmoderne Züge nach dem neusten Stand der Technik und mit Komfortausstattung“. An den Standorten Köln und Düsseldorf beschäftigt das Unternehmen insgesamt 150 Mitarbeiter.

Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Sprecherin gegen 19.30 Uhr in Meerbusch-Osterath. Fahrgäste sprachen von einem „großen Knall“ und einer Vollbremsung. Der Regionalexpress wird vom privaten Bahnanbieter National Express betrieben. Ein Großaufgebot von Bundespolizei, Feuerwehr und Polizei sei vor Ort, twitterte die Bundespolizei NRW.

Das Unglück weckt Erinnerungen an einen Zusammenstoß im bayerischen Bad Aibling. Im Februar 2016 waren dabei zwei Nahverkehrszüge zusammengestoßen. Zwölf Menschen starben, 89 Insassen wurden verletzt - einige von ihnen lebensgefährlich. Im August 2014 rammte ein Güterzug in Mannheim einen Eurocity mit 250 Passagieren - zwei Waggons stürzten um, 35 Menschen wurden verletzt. Das schwerste Zugunglück in Deutschland der vergangenen Jahrzehnte ereignete sich im Juni 1998 in Eschede: 101 Menschen starben, als mehrere Waggons eines ICE bei Tempo 200 nach einem Bruch des Radreifens gegen eine Brücke prallten.

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