Feuerwehr : Ohne Führerschein im Einsatz

Zwölf Jahre ist der stellvertretende Ortswehrführer im brandenburgischen Storkow ohne Führerschein gefahren.
Zwölf Jahre ist der stellvertretende Ortswehrführer im brandenburgischen Storkow ohne Führerschein gefahren.

Zwölf Jahre ist der stellvertretende Ortswehrführer im brandenburgischen Storkow ohne Führerschein gefahren – privat und auch mit Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr. Jetzt muss er sich dafür verantworten.

svz.de von
29. April 2015, 21:00 Uhr

Zwölf Jahre ist der stellvertretende Ortswehrführer im brandenburgischen Storkow ohne Führerschein gefahren – privat und auch mit Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr. Jetzt muss er sich dafür verantworten.

Die Ausbildung von Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr wird ständig aufgefrischt und kontrolliert – wer aber kontrolliert eigentlich die Kontrolleure? Unter Umständen niemand, wie sich in der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Storkow zeigte. Dort ist Daniel F. seit mehr als 22 Jahren Mitglied und als Stellvertretender Ortswehrführer in so einer Kontrollposition. In dieser oblag es ihm, zusammen mit dem Ortswehrführer Ingo Kittler, eine einsatzfähige Ortswehr zu leiten und zu führen sowie für die Ausbildung der Mitglieder zu sorgen. Auch die Kontrolle der Führerscheine zählte zu seinen Aufgaben. Nur einen vergaß die Führungskraft dabei: sich selbst.

Mehr als zwölf Jahre sei Daniel F. nachweislich ohne Führerschein für die Freiwillige Feuerwehr Storkow unterwegs gewesen und habe in der Zeit mehr als hundert Einsatzfahrten gehabt, wie ein Feuerwehrmitglied, das anonym bleiben will, dem „Oder-Spree-Journal“ berichtete. „Er hat dabei nicht nur sich selbst und die Technik gefährdet. Auch bis zu acht Kameraden, die bei ihm dadurch, dass er keinen Führerschein mehr hatte, möglicherweise ohne Versicherungsschutz mit zum Einsatz fuhren.“

Weil sich die Führungskräfte schlecht selbst kontrollieren können, hätte das durch den Stadtbrandmeister und hauptamtlichen Sachbearbeiter Feuerwehr, Frank Ebert, geschehen müssen. Am Ende war es aber die Lebensgefährtin von Daniel F.. Sie hatte nach einem Streit Anzeige bei der Polizei erstattet und brachte den Stein ins Rollen.

„Hinterher ist man immer schlauer“, sagt Frank Ebert, der nie bezweifelt hat, dass Daniel F. einen Führerschein besitzt, weil er auch privat gefahren sei. Derzeit sei Daniel F. zwar noch Mitglied der Storkower Wehr, aber ohne Funktion. Mehr möchte Ebert nicht sagen und verweist auf das laufende Verfahren. Das tut auch Storkows Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig. Sie versichert, um Aufklärung bemüht zu sein.

Für den anonymen Feuerwehrmann ist das nur ein schwacher Trost: „Es ärgert uns Feuerwehrleute, wenn ein schwarzes Schaf durch so ein Fehlverhalten ein schlechtes Licht auf alle Feuerwehrkameraden wirft.“

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