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Route Dänemark-Schweden : Offenbar Flüchtlingsboot auf der Ostsee gekentert

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Wohl um von Dänemark nach Schweden zu kommen, begeben sich vier Männer auf dem Öresund in Lebensgefahr. Einer liegt im Koma.

Ist die Ostsee ein Flüchtlingsmeer? Am Montagnachmittag wurden vier Menschen im Öresund gerettet, nachdem ihr Boot gekentert war. Die Männer unbekannter Herkunft hatten offenbar den Versuch unternommen, von Dänemark nach Schweden zu kommen. Das ist seit Jahresbeginn ohne Papiere nicht mehr auf legalem Wege möglich.

Dass es zu Fluchtbewegungen auf dem Öresund kommen würde, hatten viele erwartet. Schwedische Medien berichteten in letzter Zeit häufiger über Versuche von Flüchtlingen, die die 16 Kilometer lange Strecke nach Schweden zu Fuß über die Autobahn auf der Öresundbrücke zu bewältigen.


Ein Bewohner der Insel Saltholm vor Kopenhagen hatte das Boot in Seenot gesichtet und daraufhin die Seenotrettung verständigt. Drei der Personen hätten es aus eigener Kraft auf die Insel geschafft, eine weitere wurde per Helikopter gerettet, berichtet Henrik Møller Jakobsen, der Vize-Polizeiinspektor von Kopenhagen, dem dänischen Staatssender „TV 2“. Laut „Avisen“, das sich auf Aussagen von Helfern beruft, haben die Männer in gebrochenem Englisch erklärt, sie wollten Asyl in Schweden.

Der gerettete Mann liegt derzeit im Koma, berichten die „Kieler Nachrichten“. Ein weiterer wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Gerüchte, wonach es zwei weitere Vermisste von dem Boot gebe, hat die Polizei dementiert. Nun versuchen die Behörden die Hintergrunde für die Flucht, ihre Organisation und das Unglück zu rekonstruieren. Dabei gelte es zunächst ganz klassisch herauszufinden, ob die Papiere der Männer echt seien, sagte ein Sprecher. Diese weisen laut dänischen Medien darauf hin, dass sie aus einer Flüchtlingsunterkunft im Norden Seelands stammen. Auch müsse man erst noch verifizieren, wie sie auf die künstliche Brückeninsel Peberholm gekommen seien, sagte der Sprecher.

Weil Schweden den heftigen Ansturm von Flüchtlingen nicht mehr kompensieren konnte, hatte das Land Anfang des Jahres obligatorische Ausweiskontrollen eingeführt.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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erstellt am 10.Mai.2016 | 14:20 Uhr

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