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Video: Gewalttat in Herne : Neunjähriger erstochen - Täter brüstet sich mit Video im Netz

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Das Darknet ist ein Internet-Bereich, der von Kriminellen genutzt wird. Dort brüstet sich ein junger Mann damit, ein Kind umgebracht zu haben. Tatsächlich findet die Polizei die Leiche eines erstochenen Jungen.

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2017 | 07:35 Uhr

Nach der Ermordung eines neunjährigen Jungen in Herne im Ruhrgebiet sucht die Polizei den 19 Jahre alten Marcel H. Er soll sich in einem abgeschirmten Bereich des Internet, dem sogenannten Darknet, mit der Tat gebrüstet haben. Ein Nutzer des vor allem von Kriminellen betriebenen Darknet habe das Video des 19-Jährigen am Montag gesehen und die Polizei alarmiert, berichtete ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen.

 

Was genau auf dem Video zu sehen war, blieb zunächst offen. Die Polizei fand den Jungen tatsächlich im Keller eines Reihenhauses in einem am Rhein-Herne-Kanal gelegenen Wohngebiet. Der Neunjährige ist nach Angaben eines Polizeisprechers erstochen worden.

Der Verdächtige ist nach Erkenntnisse der Ermittler gefährlich. Er soll in der Nachbarschaft des getöteten Jungen wohnen. Ein Fahndungsfoto wurde veröffentlicht, doch warnte die Polizei davor, den jungen Mann anzusprechen. Über ihn wisse man, dass er Kampfsportler sei, sagte ein Sprecher. Es sei unklar, ob er darüber hinaus bewaffnet sei.

Hintergrund: Das Darknet

Im sogenannten Darknet (englisch für „dunkles Netz“) können sich Internetnutzer fast komplett anonym bewegen. Der Bereich des Internets wird von Menschen genutzt, die viel Wert auf Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben - aber auch von Kriminellen. Der Zugang ist über eine Anonymisierungssoftware möglich, etwa die kostenlose Software „Tor“.

Schwerpunkt illegaler Geschäfte im Darknet ist nach Einschätzung von Ermittlern Rauschgift. Waffen werden im Darknet nach Erkenntnissen von Fachleuten deutlich seltener angeboten als Drogen, sind aber angesichts der Sicherheitslage Schwerpunkt der Ermittlungen. Zudem spielt der Handel von Kinderpornografie, Falschgeld und gefälschten Pässen eine Rolle.

Der 19-Jährige Marcel H. wird als rund 1,75 Meter groß, blond und sehr schlank beschrieben. Zudem sei er Brillenträger und trage eine Hose und Weste in Tarnfarben.

Bilder von Mord kursieren im Internet 

Marcel H. soll Bilder von der Tat im Netz verbreitet haben. Er habe Fotos hochgeladen, auf denen er mit blutverschmierten Händen neben der Leiche des Jungen zu sehen sei, berichtete ein Polizeisprecher am Dienstagmittag. Die Suche nach dem 19-Jährigen läuft den Angaben zufolge auf Hochtouren - auch weil er angedeutet habe, möglicherweise weitere Taten zu begehen.

Die Bilder seien inzwischen im normal zugänglichen Internet zu sehen, sagte der Sprecher. Zunächst hatte es derartige Fotos im Darknet, einem besonders abgeschirmten Internet-Bereich gegeben. Im Darknet kursiere auch ein von dem Täter erstelltes Video, das von der Polizei ausgewertet werd. Über dessen Inhalt wollte der Sprecher zunächst aber nichts sagen.

Auch zu den möglichen Beweggründen des 19-Jährigen äußerte sich die Polizei bislang nicht. Mit großem Aufwand sucht die Polizei weiterhin nach dem Flüchtigen. Der Verdächtige habe auch die Möglichkeit eines Suizids angedeutet, sagte der Polizeisprecher.

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