Jahrhunderte altes Mysterium : Neueste DNA-Technik: So will ein Forscher Nessie finden

Das Ungeheuer von Loch Ness ist ein Jahrhunderte altes Mysterium

Bisher ist Nessie nur als Plastik-Nachbildung im See zu entdecken. Vielleicht ändert sich das ja bald? Foto: Imago/Olaf Döring

Es soll die letzte Suche nach dem Ungeheuer von Loch Ness werden. Ein Genetiker bedient sich dafür eines gänzlich neuen Ansatzes.

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24. Mai 2018, 12:00 Uhr

Jedes Jahr strömen Menschen aus der ganzen Welt nach Schottland, um im tiefsten See des Landes nach einem Monster zu suchen. Das Ungeheuer von Loch Ness, kurz: Nessie, treibt dort seit mehreren Jahrhunderten sein Unwesen. Jahr für Jahr wird es von Touristen, Monsterjägern oder Einheimischen gesichtet, doch seine Existenz konnte nie bewiesen werden. Bis jetzt.

Neil Gemmell ist Professor an der University of Otago in Neuseeland. Der Genetiker ist ein begeisterter Monsterjäger und seit Neustem die Hoffnung der Nessie-Fans. Zusammen mit einem Team aus anderen Wissenschaftlern will Gemmell nach Jahrhunderten voller Spekulationen endlich klären, ob da was in Loch Ness lebt und wenn ja was. Mit moderner DNA-Technologie soll es gelingen, alle Spezies in dem 37 Kilometer langen See zu bestimmen.

Gemmell und sein Team aus internationalen Wissenschaftlern wollen Wasserproben aus allen Teilen des zweitgrößten Gewässers Schottlands entnehmen und ihre Proben mit bereits vorhandenem Material vergleichen. Jedes Tier verliere bei seinen Wegen durch das Wasser mikroskopisch kleine Hautschuppen, die einen DNA-Test ermöglichen. So können die Wissenschaftler am Ende ihrer Forschung sicher sagen, welche Wesen im See leben – und ob eines von ihnen ein prähistorisches Monster ist.

Was wäre Loch Ness ohne Nessie?

Die Entnahme der Proben hat bereits begonnen, ihre Ergebnisse wollen sie Anfang 2019 vorstellen. Ihre Suche nach Nessie soll die finale Suche werden. Aber das Team will nicht nur auf Monsterjagd gehen, sie erwarten sich von ihren Forschungen neue Erkenntnisse über die schottische Unterwasserwelt und rechnen auch damit neue Spezies zu entdecken – wenn auch keine Fabelwesen, so zumindest kleinste Bakterien oder Pilze.

Er sei offen für jedes mögliche Ergebnis, sagte Gemmell in einer offiziellen Erklärung. Er rechne zwar nicht wirklich damit, ein Monster zu finden, wolle aber nichts ausschließen. Außerdem fänden seine Kinder, dass die Suche nach Nessie bisher seine coolste Mission sei. In den sozialen Netzwerken vermarktet der Professor sein Projekt sehr geschickt, man kann ihm und seinem Team über Instagram oder Twitter bei der Arbeit zusehen, auf ihrer Homepage erklären die "Loch Ness Hunter" ihre Suche in einfachen Worten. Er wolle Interesse an Wissenschaft und neuen Forschungsmethoden wecken, so Gemmell, und mit seinem Projekt aufzeigen, wie wissenschaftliche Forschung funktioniere.

Mit DNA-Vergleichen könnten Wissenschaftler vielleicht auch die Existenz von anderen Fabelwesen wie Bigfoot oder dem Yeti abschließend klären. Nur will man das? Die Dörfer rund um Loch Ness verdienen seit Jahrzehnten sehr gut am Monster-Tourismus und vermarkten Nessie mit einem eigenen Museum, verschiedenen Andenken und speziellen Monster-Wanderungen. Ohne Nessie wäre Loch Ness nur einer von vielen Seen in Schottland.

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