Besondere Gefahr durch Lkw : Neue Zahlen für 2017: Jeder achte Verkehrstote war Radfahrer

Im Jahr 2017 starben 382 Radlerinnen und Radler auf Deutschlands Straßen, mehr als 79.000 wurden verletzt.
Im Jahr 2017 starben 382 Radlerinnen und Radler auf Deutschlands Straßen, mehr als 79.000 wurden verletzt.

In allen Bereichen sinkt die Zahl der Verkehrstoten – aber Fahrradfahrer sind nach wie vor besonders gefährdet.

svz.de von
12. Juli 2018, 15:17 Uhr

Berlin | Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen sinkt seit Jahren – und ist trotzdem noch zu hoch: 2017 starben im Durchschnitt fast neun Menschen pro Tag auf deutschen Straßen. Mit 3180 Verkehrstoten liegt die Zahl so niedrig wie seit mehr als 60 Jahren nicht mehr.

"Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung – bei täglich etwa 7.200 polizeilich erfassten Verkehrsunfällen, knapp 1.100 Verletzten und fast 9 Todesopfern im Straßenverkehr", sagte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes, bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin.

 

Anders sieht es bei den tödlichen Radfahrer-Unfällen aus: Mit 382 bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommenen Fahrradfahrern blieb die Zahl 2017 nahezu konstant. Jeder achte Verkehrstote war ein Radfahrer. Besonders schwere Folgen hätten Unfälle mit Lastwagen. Bei etwa jedem dritten Unfall mit Personenschaden, an dem ein Fahrrad und ein Lkw beteiligt waren, handelte es sich um einen Abbiege-Unfall. Bei Unfällen mit einem Lastwagen trugen Radfahrer laut Bundesamt nur in rund 20 Prozent der Fälle die Hauptschuld.

Abbiegeassistent könnte helfen

Politisch wird derzeit diskutiert, wie schwere Unfälle mit Lastwagen verhindert werden können. Im Zentrum der Debatte stehen elektronische Hilfssysteme für Lkw-Fahrer, sogenannte Abbiegeassistenten. Verkehrsminister Andreas Scheuer will den Einbau der Systeme beschleunigen – dies geschieht zunächst auf freiwilliger Basis der Speditionen und Logistikunternehmen, da ein verpflichtender Einsatz nur auf EU-Ebene beschlossen werden kann. Die Grünen fordern eine höhere Maut für Lkw ohne Abbiegeassistenten. "Die Bundesregierung darf hier nicht weiter abwarten. Die Einführung muss mit wirtschaftlichem Druck beschleunigt werden", sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Stefan Gelbhaar.

Als "besorgniserregend" bezeichnete der Präsident des Bundesamts, dass sich die Zahl der Unfälle mit einem Pedelec, einem E-Bike mit Hilfsmotor, zwischen 2014 und 2017 mehr als verdoppelt hat. Besonders betroffen waren ältere Radfahrer. Der Bestand an Pedelecs ist in den vergangenen Jahren massiv gestiegen.

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