Saks Off 5th : Neue Billigkette für Kleidung

Wayne Drummond, Präsident Saks Off 5th Europe, und Chef-Einkäuferin Berna Bartosch in Düsseldorf in der ersten deutschen Saks Off 5th Filiale in der Damenabteilung  Fotos: Ina Fassbender
Wayne Drummond, Präsident Saks Off 5th Europe, und Chef-Einkäuferin Berna Bartosch in Düsseldorf in der ersten deutschen Saks Off 5th Filiale in der Damenabteilung Fotos: Ina Fassbender

Der Kaufhof Mutterkonzern HBC eröffnet in Düsseldorf die erste deutsche Filiale des Edel-Outlets Saks Off 5th. Fast 40 weitere sollen folgen

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08. Juni 2017, 06:25 Uhr

Der Wettbewerb auf dem deutschen Textilmarkt ist schon jetzt hart. Doch wird er wohl noch ein Stück härter werden. Denn gestern eröffnete der kanadische Kaufhof-Eigentümer Hudson’s Bay Company (HBC) in Düsseldorf die erste deutsche Filiale seines Edel-Outlets Saks Off 5th. Fast 40 weitere Geschäfte sollen in den nächsten Jahren folgen. Vor allem klassische Modehändler dürften unter der neuen Konkurrenz leiden, glauben Experten.

Saks Off 5th holt den Markenoutlet von der grünen Wiese in die Innenstädte – und setzt dabei auf ein spürbar wertigeres Konzept als der deutsche Offprice-Marktführer TK Maxx. Das Branchen-Fachblatt „Textilwirtschaft“ sieht in der neuen Billigkette „eines der spannendsten Handelsprojekte dieses Jahres in Europa“.

Der Flagship-Store in Düsseldorf bietet auf fünf Etagen und mehr als 3900 Quadratmetern Markenbekleidung, Accessoires, Schuhe, Dekorationsartikel und Schmuck aus nicht mehr ganz aktuellen Kollektionen mit deutlichen Rabatten an. Es gibt einzelne Stücke von Topdesignern wie Dolce & Gabbana, Prada und Armani. Doch insgesamt überwiegen weniger glamouröse Marken. Oft sind Teile nur in einzelnen Größen vorhanden. Was weg ist, ist weg – und kommt wohl auch nicht wieder rein.

Chefeinkäuferin Berna Bartosch findet das positiv: „Durch häufige Wechsel in unserem Sortiment wird Einkaufen bei Saks Off 5th zu einer Entdeckungsreise“, meint sie. Europa-Chef Wayne Drummond betont, er sehe „großes Potenzial“ für die neue Kette.

Auch Branchenkenner Joachim Stumpf von der Münchner Handelsberatung BBE hält das Modell für erfolgversprechend: „Konzepte, die den Preis in den Mittelpunkt stellen, werden vom Verbraucher gut angenommen“, sagt er. Vor allem klassische Modehändler müssten Umsatzeinbußen befürchten. „Durch neue Konzepte wie Saks Off 5th wird nicht mehr verkauft. Der Verdrängungswettbewerb im deutschen Textilhandel wird lediglich noch weiter verstärkt“, meint Stumpf.

Dabei kämpft der klassische Modehandel, der unter einem Dach eine Vielzahl von Marken anbietet, schon lange ums Überleben. Seit 2000 sank sein Marktanteil von 47,7 auf 26,2 Prozent. Gewinner waren Anbieter wie Primark, H&M und Zara, die Herstellung und Verkauf vereinen. Sie und die Markenstores der Hersteller verdoppelten ihren Marktanteil von 18,5 auf mehr als 36 Prozent.

Erich Reimann

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