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Werbeaktion zur Fußball-EM : Nach Hetze gegen Kinderschokolade: Pegida löscht Facebook-Post

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Zur Fußball-EM verkauft Ferrero Kinderschokolade mit Bildern der Nationalspieler. Pegida-Anhänger regen sich darüber auf.

svz.de von
erstellt am 25.Mai.2016 | 09:34 Uhr

Pegida-Anhänger hetzen gegen eine Werbeaktion von Kinderschokolade. Vor der Fußball-Europameisterschaft hat der italienische Süßwarenhersteller Ferrero eine Sonderedition seiner Schokoriegel in den Handel gebracht. Auf den Verpackungen sind Kinderbilder der deutschen Nationalspieler abgebildet, unter anderem von Mario Götze, Andre Schürrle und Christoph Kramer. Außerdem sind zu sehen: Gündogan (dessen Eltern kommen aus der Türkei) und Boateng (hat ghanaische Wurzeln). Das gefällt der Gruppe „Pegida BW - Bodensee“ nicht.

Die Pegida-Bewegung, die viele Anhänger in deutschen Städten findet, gilt als islam- und ausländerfeindlich. Auf Kundgebungen und im Internet findet immer wieder Hetze statt.

Das ist der Ferrero-Post bei Facebook:

Wegen dem Beitrag veröffentlichten die Pegidisten auf ihrer Seite ein Foto von zwei Schachteln, auf denen BVB-Spieler Gündogan und Bayern-Verteidiger Boateng als Kinder zu sehen sind. Darunter schrieb die Gruppe: „Vor Nichts wird Halt gemacht“. Ein grinsender und ein entsetzter Emoji komplettierten den Post, dazu wird noch gefragt: „Gibts die echt so zu kaufen? oder ist das ein Scherz?“

Der Bildausschnitt war so ausgewählt, dass Betrachter nicht sofort erkennen konnten, dass es sich um eine Werbeaktion zur Fußball-EM handelt. Stattdessen könnten Schokoliebhaber auf die Idee kommen, dass ihre favorisierten Riegel mit "nichtdeutschen" Gesichtern beworben werden. Der Post wurde mittlerweile von der Facebook-Seite entfernt.

Doch die Werbenden von Ferrero reagierten noch schnell genug und erwiderten: „Wir von Ferrero möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung distanzieren. Wir akzeptieren und tolerieren diese auch nicht in unseren Facebook-Communities.“

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