Mehrweg Kaffeebecher : Müll to go

Coffee To Go & Come Back: Auch Tchibo setzt auf Mehrweg.
Coffee To Go & Come Back: Auch Tchibo setzt auf Mehrweg.

Erst 17 Prozent der Menschen haben sich schon mal in einen wiederverwendbaren Becher einschenken lassen

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08. Juni 2017, 21:00 Uhr

Der Kaffee im Pappbecher gilt als Umweltsünde – und trotzdem hält sich die Nutzung von Mehrwegbechern laut einer Studie noch immer in Grenzen. Erst 17 Prozent der Menschen, die Kaffee zum Mitnehmen trinken, haben sich das Heißgetränk im Café, in der Bäckerei oder am Imbiss schon mal in einen wiederverwendbaren Becher einschenken lassen, ergab eine Umfrage des Marktforschungs- und Beratungsinstituts Yougov. Dabei finden es 82 Prozent der Coffee-to-go-Trinker richtig, wenn Unternehmen versuchen, Verpackungsmüll zu reduzieren, heißt es in dem Papier. Zwar gibt es Anreize für die Nutzung von Mehrwegsystemen wie Strafzahlungen auf Pappbecher oder Rabatte, wenn wiederbefüllbare Becher verwendet werden. Doch laut der Studie lohnen sie sich gerade bei Vieltrinkern nur bedingt. So zeigten sich 58 Prozent der Menschen, die mindestens mehrmals monatlich Kaffee zum Mitnehmen konsumieren, grundsätzlich bereit, auf Mehrwegbecher umzusteigen. Bei einem Preisnachlass erhöht sich ihr Anteil aber nur um einige Prozentpunkte (63 Prozent). „Schon heute kann sich das zusätzliche Angebot von Mehrwegbechern bezahlt machen, nicht zuletzt aus Image-Sicht“, erklärte Markus Braun von Yougov.

Darauf setzt nun auch der Kaffeeröster Tchibo: Von Montag an bietet das Unternehmen 10 Cent Rabatt an, wenn die Kunden den Kaffee aus Mehrwegbechern trinken und verkauft auch passende Becher in den Filialen. Aber auch eigene, mitgebrachte Becher werden bei Tchibo wie schon bisher befüllt. Bei Plastiktüten habe ein Umdenken bereits stattgefunden, so das Unternehmen. Seit Einführung der Kostenpflicht für Einwegtüten Anfang 2016 sei deren Nutzung bei Tchibo um knapp 90 Prozent zurückgegangen. Diese Erfahrungen wolle man nun auf Mitnahmegetränke übertragen.

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