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Brandenburg : Mord-Verdächtiger fährt zwei Polizisten zu Tode

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Zwei Polizisten sind von einem 24-jährigen Flüchtigen in Brandenburg überfahren und getötet worden. Er soll zuvor seine Oma ermordet haben.

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2017 | 15:10 Uhr

Auf der Flucht vor der Polizei hat ein 24-Jähriger Mann am Dienstag in Brandenburg zwei Polizisten überfahren und getötet. Der Mann sei verdächtig, zuvor in Müllrose bei Frankfurt (Oder) seine 79 Jahre alte Großmutter umgebracht zu haben, sagte Polizeisprecher Ingo Heese. Der Mann sei nach kurzer Flucht gefasst worden.

Nach dem Fund der Leiche am Vormittag sei der 24-Jährige in Verdacht geraten. Der Mann sei mit seinem Auto geflohen und habe an einer Kontrollstelle die beiden Beamten überfahren. Beide Polizisten seien noch vor Ort ihren schweren Verletzungen erlegen, sagte Heese. Der Tatverdächtige konnte bereits kurze Zeit später festgenommen weden.

 

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) reagierte bestürzt auf den Tod der beiden Polizisten. „Der Tod der zwei Polizisten hat mich schwer getroffen. Ich bin schockiert. Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen“, erklärte Woidke in Potsdam. Die Meldung hatte die Landesregierung während einer Kabinettssitzung erreicht.

Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Die Polizei kündigte für den Nachmittag eine Presseerklärung an.

Hintergrund: Wenn Polizisten im Einsatz ums Leben kommen

Polizisten in Deutschland leben gefährlich. Dass sie im Einsatz ums Leben kommen, geschieht jedoch eher selten. Fälle aus den vergangenen Jahren: Oktober 2016: Bei einer Razzia feuert ein sogenannter Reichsbürger in Georgensgmünd (Bayern) auf vier Polizisten. Einer von ihnen erliegt seinen Verletzungen im Krankenhaus. Das Spezialeinsatzkommando wollte die Waffen des Jägers beschlagnahmen.

  • Dezember 2015: In einem Regionalzug ersticht ein Schwarzfahrer bei Herborn (Hessen) einen 46 Jahre alten Polizisten, sein Kollege wird schwer verletzt.
  • Oktober 2011: Nach einer Verfolgungsjagd in Augsburg wird ein 41 Jahre alter Polizist erschossen, seine Kollegin verletzt. Sie wollten zwei Brüder kontrollieren, die einen Raubüberfall geplant hatten.
  • März 2010: Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) will in Anhausen (Rheinland-Pfalz) in die Wohnung eines Mitglieds der „Hells Angels“ eindringen, der Rocker feuert durch die geschlossene Tür. Ein Beamter stirbt.
  • April 2007: In Heilbronn (Baden-Württemberg) wird die 22-jährige Polizistin Michèle Kiesewetter mit einem Kopfschuss tot neben ihrem Streifenwagen gefunden. Ihr Kollege überlebt schwer verletzt. Erst Jahre später wird klar, dass sie Opfer der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) wurden.
  • März 2006: Ein Räuber schießt in Berlin einen Zivilfahnder nieder, der ihn kontrollieren will. Der 42-jährige Beamte stirbt vier Tage später.
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