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6000. Folge GZSZ : Mord mit Ananas

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ ist die Mutter aller deutschen Daily Soaps: Von Liebschaften bis Autobomben war alles dabei.

Ein Vater, der eine Beziehung mit seiner Tochter eingeht, eine Leiche, die verschwinden muss und eine Ananas als Tatwaffe für den Serientod. Ja, eine Ananas. „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ) hat zuletzt mal wieder einen Plot erzählt, der zwischen bittersüßer Liebesgeschichte, Drama und ein paar Skurrilitäten schwankte. Und der unter GZSZ-Fans den immensen Drang hervorgerufen hat, nun endlich wissen zu wollen, in was das alles gipfeln wird. Erleichterung ist nun in Sicht. Heute läuft auf RTL die 6000. Folge – in Spielfilmlänge.

Nach Angaben von RTL hat noch nie eine Serie in Deutschland 6000 Folgen erreicht, ein Rekord. GZSZ läuft seit 1992 mit guten Einschaltquoten, wenige Sendungen prägten so das Gesicht des Privatsenders. Es ist ein kleiner GZSZ-Kosmos entstanden, der auch in andere Bereiche herüberschwappt – man denke an die mehr oder minder erfolgreichen Gesangskarrieren einstiger GZSZ-Schauspieler wie Oliver Petszokat (besser bekannt als „Oli P.“, 37) oder Yvonne Catterfeld (36). Oder die Politik. Gerhard Schröder (er bestellte eine Rechnung) und Klaus Wowereit hatten jedenfalls Gastauftritte.

Es ist die Mischung, die GZSZ so beliebt gemacht hat. Der Eindruck, dass gewisse Muster bei GZSZ wiederkehren, ist nicht ganz falsch. Wer die Serie guckt, hat Serien-Fiesling und „Deutschlands besten Anwalt“ Jo Gerner (Wolfgang Bahro) gefühlt schon zigmal verschlagen und mit hochgezogener Augenbraue hinter einer Häuserecke hervorlugen sehen. Das macht vielleicht auch einen Teil des Kults aus. „Man kann sagen, dass es etwa 20 Grundplots gibt, nicht nur für eine tägliche Serie. Das Entscheidende ist, sie gut zu erzählen“, meint dazu Schauspielerin Ulrike Frank, die bei GZSZ die Katrin Flemming spielt. „Das Spannende ist immer, wie die einzelnen Protagonisten sich darin behaupten“, sagt Producer Damian Lott.

An Katrin Flemming lässt sich ein weiterer Reiz von GZSZ beobachten. Was ihr nicht schon alles widerfahren ist! Die Serie lebt auch davon, manche Geschichte hemmungslos zu überzeichnen. „Ich erinnere mich, wie Katrin Flemming Jo Gerner an einen Eisenhaken gehängt hat, um zu erfahren, ob ihre gemeinsame Tochter Johanna noch lebt“, berichtet Schauspielerin Frank aus dem Leben ihres Serien-Ichs. Der Anwalt hatte der Flemming zwei Millionen geboten, damit sie das Kind bekommt, das sie eigentlich nicht haben wollte. Danach entführte er sie. Frank nennt das „vielleicht schon ein bisschen extrem“. Producer Lott nennt solche Wendungen „Larger than life“ (größer als das Leben). Das sei oft so bei einem Daily Drama. „Das ist auch das, was die Zuschauer lieben“, meint Lott. Manche Plots seien zu skurril, um wirklich stattzufinden und doch angeknüpft an den Alltag. Da wird auch mal aus einer Ananas ein Corpus Delicti.

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erstellt am 18.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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